Wenn keiner Verantwortung übernehmen will

Shownotes

Kennst du das auch? Verantwortung wird im Team hin- und hergeschoben und am Ende weiß keiner mehr, wer eigentlich was machen soll. In dieser Episode von "Der Säbelzahntiger" reden Jens und Jörg genau über dieses Phänomen: Verantwortungsdiffusion. Was passiert, wenn niemand die Zügel in die Hand nimmt und die Organisation ins Wanken gerät?

Jörg teilt beeindruckende Geschichten darüber, wie mangelndes Verantwortungsbewusstsein fast zu finanziellen Katastrophen geführt hat – und wie das Umdenken hin zu individueller Verantwortung das Blatt wenden konnte. Ein klares Beispiel dafür, wie eine kleine Veränderung große Wirkung entfalten kann.

Verantwortung ist mehr als nur ein Titel. Es geht darum, bewusst die Rolle anzunehmen und für Antworten zu sorgen, egal wie groß die Herausforderung ist. Jens und Jörg zeigen, wie Führungskräfte klare Verantwortlichkeiten definieren, psychologische Sicherheit schaffen und den Mut fördern können, Verantwortung wirklich zu übernehmen.

Hör rein und erfahre, wie du Verantwortung als Schlüssel zu echtem und nachhaltigem Erfolg nutzen kannst – und wie du ein Umfeld schaffst, in dem deine Mitarbeiter sich entfalten und ihr volles Potenzial ausschöpfen können.

Bis zum nächsten Mal, haltet durch und bleibt entspannt! Euer Jens, Jörg und Gustav.


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Weiterführende Literatur:

  • Liu, D., Liu, X., & Wu, S. (2022). A Literature Review of Diffusion of Responsibility phenomenon. Advances in Social Science, Education and Humanities Research/Advances in Social Science, Education and Humanities Research.

  • Karau, S. J., & Williams, K. D. (1993). Social loafing: A meta-analytic review and theoretical integration. Journal of Personality and Social Psychology, 65(4), 681–706. https://doi.org/10.1037/0022-3514.65.4.681

  • Nerdinger, F. W. (2018). Teamarbeit. In Springer-Lehrbuch (pp. 119–134). https://doi.org/10.1007/978-3-662-56666-4_8

  • Moir, L. (2001). What do we mean by corporate social responsibility? Corporate Governance, 1(2), 16–22. https://doi.org/10.1108/eum0000000005486

  • Van Beurden, P., & Gössling, T. (2008). The Worth of Values – A literature review on the relation between corporate social and financial performance. Journal of Business Ethics, 82(2), 407–424. https://doi.org/10.1007/s10551-008-9894-x

  • Zein, M. E., Bahrami, B., & Hertwig, R. (2019). Shared responsibility in collective decisions. Nature Human Behaviour, 3(6), 554–559. https://doi.org/10.1038/s41562-019-0596-4


Transkript anzeigen

00:00:03: Jens Alsleben Der Säbelzahntiger. Ein Podcast von und mit.

00:00:08: Jörg Weidenfeld Jörg Weidenfeld

00:00:09: Jens Alsleben und Jens Alsleben. Ja. Moin Leute, herzlich willkommen zur nächsten Episode vom Säbelzahntiger. Heute mit mir natürlich wie immer an Bord der liebe Gustav, unser kleiner Säbelzahntiger und der liebe

00:00:29: Jörg Weidenfeld Jörg grüßt euch.

00:00:32: Jens Alsleben Ja, Jörg, Jens, aber wenigstens Gustav. Also einer mit zwei Silben. Diese Einsilbennamen, Ich weiß nicht. Na ja, also wir haben heute im Vorgespräch hast du mir von der Situation erzählt, die ich glaube auch jedem total eingängig ist und jedem auf den Keks geht. Also mir zumindest zunehmend. Da hat es nämlich was damit zu tun, dass irgendwie es wieder keiner gewesen sein will und Dinge dann nicht passieren, die unbedingt passieren müssen, damit irgendwas vorangeht. Willst du mal so ein bisschen schildern, worum es geht heute?

00:01:09: Jörg Weidenfeld Total gerne.

00:01:11: Jörg Weidenfeld Es ist. Ich meine, eigentlich ist es eine sehr, sehr gängige oder häufige. Häufiger Startpunkt einer Unternehmenssanierung ist die Frage danach Ja, wer ist denn jetzt eigentlich dafür verantwortlich? Wer ist denn jetzt hier eigentlich zuständig? Und ganz oft gibt es ganz viele Komitees, die das dann machen, wo ich dann ganz, ganz viele Leute dann angucken können, in der Hoffnung, dass wer anders sich dann doch irgendwann drum kümmern wird. Und ganz viele Schieflagen oder ganz viele schlechte Entscheidungen schaffen es durch eine komplette Governance. Weil irgendwie in den Gremien irgendwer anders meint: Naja, wenn da ein Problem mit gibt, dann wird er sich da wohl irgendwie drum kümmern. So und für mich war das Ganze ein bisschen auf die Spitze getrieben. Ich hatte mal einen Kunden, da war mein erster Arbeitstag quasi die Budgetbesprechung fürs kommende Jahr. So ein Riesentrümmer Riesenumsätze und die Truppe plante dann einen Verlust von, keine Ahnung, mehreren zig Millionen. Planverlust im Budget. Und ich muss ehrlich sagen, ich war erstaunt darüber. Also wie ist das möglich? Also wie ist das möglich, dass ein Managementteam von einem echt Riesentrümmer überhaupt kein Thema damit haben kann?

00:02:29: Jörg Weidenfeld Zwar ein bisschen Bedauernsäußerungen, okay, die kamen mit einher, aber überhaupt kein Thema damit haben kann, einen Verlust zu planen. So habe ich das gefragt, habe ich gesagt okay Leute, also ich verstehe euch jetzt, ich übersetze das mal, ihr sagt, wir beschäftigen einen Haufen Leute und bedienen einen Haufen Kunden mit erstklassiger Ware. Und als Preis für diesen Unterhaltungswert, den wir da haben, mehr ist das ja dann ja nicht. Ist dann unser Inhaber zig Millionen ärmer und er soll das gut finden und dafür wollen wir auch bezahlt werden. Und wenn der Verlust dann nur noch ein bisschen kleiner ist, hätten wir am besten noch einen Bonus obendrauf. Also so ungefähr so und dann war dann die erste Rückmeldung war "Wenn das einer so sagt, hört sich das richtig scheiße an!" Ich sage ja, ich glaube, das ist auch richtig scheiße. So, um mal den Punkt zu sagen Leute, wie sieht es denn aus mit: "Meinst du den kriegen das hin, dass wir vielleicht einen Plan machen können oder eine Idee finden können, wie wir mit dem Riesenumsatz und die vielen tollen Kunden, die wir bedienen mit den tollen Produkten, die wir haben, wie man denn auch tatsächlichen Gewinn machen kann?"

00:03:43: Jörg Weidenfeld Ja und dann sagten Sie ja nach dem Motto können wir ja mal einen Workshop machen, könnten wir sonst was? Lange Rede, kurzer Sinn Ich will das gar nicht so weit ausschlachten. Das Phänomen darin war, dass niemand dort sich persönlich Verantwortlich gefühlt hat oder persönlich ein Thema damit hatte, dass dieses große Unternehmen Verlust hat. So als würde es sie nichts angehen. Und das war erstaunlich. Zumal ich kann ja "Fast Forward" machen am Ende, 20 Monate später hat das Unternehmen quasi einen Rekordgewinn-Quote erzielt, die es das letzte Mal vor zehn Jahren gesehen hat. Und das ist jetzt keine Selbstbeweihräucherung. So soll es garnicht ankommen, sondern es ging darum, wie dieser die Veränderung aus dieser Verantwortungslosigkeit Richtung Individualverantwortung dieses "Ich bin wichtig hier." Mein Beitrag ist wichtig und dafür fühle ich mich verantwortlich, dass das läuft, dass diese Veränderung letztendlich zu dem Ergebnis geführt hat. Weil Erkenntnisse waren schon alle da. Und das ist eigentlich das Phänomen in dem systemischen, in dem systemischen Effekt, der in einem Unternehmen passiert. Ich kann systemisch erfolgreich arbeiten, in dem diese Verantwortung übernommen wird.

00:05:03: Jörg Weidenfeld Und ich kann halt eben mich auf Desaster programmieren. Und das passiert ganz, ganz oft in Unternehmen, in der eine Führungskraft da ist, die alle Entscheidungsgewalt und alle Power auf sich persönlich konzentrieren möchte. Wo dann, wenn ich dann noch ein bisschen Abstrafkultur drin habe, dann trainiere ich die Leute darauf, dass sie sich entscheidungstechnisch in Gremien verstecken oder bzw. Ganz dankbar die Verantwortung für all das, was passiert, irgendwo nach oben delegieren, weil dann kann ihnen nichts passieren, dann optimiert sich alles. Gustav wird die Ohren spitzen, auf keiner auf den Deckel kriegen, aber es optimiert sich keiner mehr nach einem Ergebnis.

00:05:49: Jens Alsleben Was war, was wir natürlich auch wieder wissen muss ist das ist tatsächlich ein evolutorische evolutorisch, ja ich sag mal entwickeltes Verhalten. Das Ganze nennt sich Verantwortungsd iffusion. Also das ist der einfach der Zustand, in dem sich ein Individuum weniger dazu verpflichtet fühlt zu helfen oder Dinge zu tun, wenn es andere dazu in der Lage sieht. Das heißt also besonders in großen Gruppen nach dem Motto naja, ich, irgendeiner wird es schon machen, irgendeiner wird schon wissen, was richtig ist. Irgendeiner wird sich darum schon gekümmert haben. Das ist also das Vertrauen darauf, dass das die große Gruppe irgendwie die Weisheit hat, zu wissen, was richtig ist und was falsch ist. Und.

00:06:45: Jörg Weidenfeld Gibts auch bei Unfällen das Phänomen übrigens.

00:06:45: Jens Alsleben Genau

00:06:47: Jörg Weidenfeld Der weiß, dass da am Straßenrand einer ist und der weiß, da kommen 20.000 Autos vorbei, dann ist die Versuchung, einfach vorbei zu fahren, Deutlich besser. Deutlich leichter, als wenn man der Einzige ist, der helfen kann.

00:06:58: Jens Alsleben Absolut. Aber es gibt da auch ganz fürchterliche Beispiele. Zum Thema Überfall usw will ich gar nicht drauf eingehen. Hängen dann an im Rahmen der Recherche. Was wir gemacht haben, zeigen wir euch dann mal ganz fürchterliche Beispiele. Aber das Entscheidende ist wie gehe ich jetzt mit dieser Verantwortungsdiffusion um? Also was mache ich jetzt tatsächlich, damit die Leute nicht in einer großen Gruppe sagen "Naja, irgendeiner wird sich schon drum kümmern." Das geht aus meiner Sicht eben dann wieder runter auf das Thema Führung. Ich habe als Führungskraft das einfach im Hinterkopf zu behalten, dass es diese Verantwortungsdiffusion gibt. Und ich muss sicher sicherstellen, dass die Leute erstens wissen, was ist ihre persönliche Verantwortung und zweitens auch sicherstellen, dass jeder seiner Verantwortung dann gerecht wird, indem er verstanden hat, er muss dies und das und jenes bis dann und dann tun. Wenn er das nicht tut, dann stockt das Getriebe und dann kommt es tatsächlich zu Fehlkosten. Das heißt, die Konsequenz dessen, seiner Verantwortung nicht nachzukommen, muss den Leuten klar gemacht werden.

00:08:10: Jörg Weidenfeld Jetzt bleiben wir mal bei diesem Verantwortung nachkommen. Ich finde unsere schöne, präzise deutsche Sprache wir unterscheiden ja zwischen verantwortlich und zuständig. So, da sind wir einmal im Bereich zuständig heißt so viel wie Ich muss diese Übung machen. Verantwortlich ist, wenn das Ergebnis aber nicht passt. Das eine ist quasi die Aktivität, das andere ist. Wenn das Ergebnis aber nicht passt, dann hat das Unternehmen ein Problem. Aber dann habe auch ich selbst ein Problem. So, jetzt bin ich mal ein bisschen so bei dem Konsequenzenthema. Obwohl mich das eigentlich gar nicht so mag. Ich finde, bei Menschen, die sich verantwortlich fühlen, die haben auch eine Absicht. Die wollen auch, dass es dem Laden gut geht. Die wollen auch, die wollen das auch. Die muss ich dir geben. Die dürfte ich eigentlich gar nicht dazu antreiben müssen durch eine Konsequenz. Was hat man nämlich auch ganz oft, dass die Leute sagen na ja, wenn ich denen, äh, nicht, wenn ich nicht drohen kann mit irgendwas, dann bewegen die sich nicht, sondern ich denke, das, was auch in dieser Verantwortungsdiffusion ein Thema ist, ist, dass die Wichtigkeit für den Einzelnen, dass das erreicht wird, was erreicht werden soll, auch weniger ist.

00:09:16: Jörg Weidenfeld Also ich sage, wenn der Typ am Straßenrand mir egal ist, dann ist das was anderes. Ich würde die Überlegung nicht machen, wenn das einer wäre, der mir wichtig ist. Ja, genauso ist das auch bei den Themen, wenn es ein Thema ist, was mir wichtig ist. Wenn ich sage ich mir also um keinen Preis der Welt, könnte ich damit leben, ein leitender Funktionär dieses Unternehmens zu sein und ein Budget abzugeben. Ich unterschreibe kein Budget, das negativ ist, wo mein Name drunter steht, ist nie im Leben. Also das kann ich mit mir gar nicht vereinbaren. Sozusagen als eine solche Wertehaltung zu haben, ist auch ein ganz großer Treiber, der in diese, in diesen, in das Abgeben oder nicht annehmen von dieser Verantwortung führt.

00:09:55: Jens Alsleben Also wenn man da mal reingeht. Deutsche Sprache ist ja wunderbar. Im Wort Verantwortung steckt das Wort Antwort genauso wie im Wort Responsibility das Wort Response steckt. Das heißt also, im Endeffekt geht es darum, Antworten zu geben. Wenn jemand eine Verantwortung hat, dann muss er auf Deutsch gesagt in der Lage sein, Antworten zu geben. Und es gibt vier Ebenen der Verantwortung, also vier Ebenen Antworten zu geben, nämlich erstens Antworten wollen, zweitens antworten können, drittens antworten dürfen und viertens antworten müssen. Was verbirgt sich dahinter? Im Endeffekt genau das, was du sagst. Antworten wollen heißt Ich muss mich mit meiner Rolle wirklich auseinandersetzen und mich so mit meiner Rolle identifizieren, dass ich bereit bin, willens bin, die Antworten zu geben, die mit dieser Rolle einhergehen. Antworten können heißt im Neudeutsch das Enablement. Ich muss in der Lage sein, antworten zu können. Das heißt, ich brauche die Budgets, ich brauche die Rahmenbedingungen, ich brauche das Know how. Ich muss wissen, was ich tue. Dann das Thema antworten dürfen.

00:11:10: Jens Alsleben Das ist das Empowerment. Ich brauche ein Mandat, um tatsächlich dann auch die Antworten zu geben. Ich muss im Rahmen gesetzter Rahmenbedingungen sozusagen in der Lage sein, auch frei zu entscheiden bezüglich der Antworten. Und last but not least Antworten müssen heißt Ich muss mich mit meiner Rolle beschäftigen und einfach wissen, welche Antworten ich geben muss, weil es rollenimmanent notwendig ist. Und wenn ich in in die Unternehmen reinschaue, dann stelle ich immer wieder fest, dass wir in einem dicken Alltagsgeschäft gar nicht mehr dazu kommen, uns überhaupt mit In unserer Rolle mal so auseinanderzusetzen, dass wir tatsächlich in der Lage sind zu beurteilen, ob wir überhaupt in der Lage sind, Antworten zu geben, die wir geben müssen und überhaupt uns die Frage stellen Was bedeutet das eigentlich in meiner Rolle als Teil des Systems, wenn ich jetzt meiner Verantwortung nicht nachkomme? Und diese Verantwortungsübungen sind aber absolut wesentlich, um sicherzustellen, dass alle das tun, was sie tun müssen, um einfach, effizient und performant und ziel- und ergebnisorientiert arbeiten zu können.

00:12:27: Jörg Weidenfeld So, jetzt gehen wir immer noch das Thema Verantwortung noch mal auseinander in dem Thema Wann ist denn Verantwortlichsein geil und wann ist Verantwortlichsein scheiße? So die Bedingungen. Wenn ich hingehe und ich habe eine Idee von dem, was ich erreichen möchte oder schaffen möchte, wenn ich eine Idee davon habe, auch im Unternehmen, Warum diese Aufgabe, Warum ich dafür verantwortlich sein sollte, Sein will Und wenn mir das was bedeutet, dann finde ich Verantwortlichsein total super, Weil damit einher geht ja auch, dass ich handeln darf, ohne viel um Erlaubnis zu bitten. Man hat mir das Vertrauen gegeben, dass auch choreographieren zu können, das führen zu können. Dann kann nicht richtig aktiv sein, dann ist das super. Das mache ich, wenn ich investiert bin in den Gedanken, dass das eine erfolgreiche Übung wird, so die ein gewisses Sinnhaftigkeitsempfinden damit verbunden hat. Und dann gibt es die andere Sache. Jetzt komme ich genau zu dem Gibt es den anderen Teil. Verantwortlich sein ist scheiße, wenn ich Angst davor habe. Wenn ich erstmal davon ausgehe, das klappt sowieso nicht.

00:13:24: Jörg Weidenfeld Zweitens, wenn ich dem Rest drumherum nicht vertraue, auch noch mal ein kleines Feedback für die, die es nicht gehört haben. Der letzte Podcast geht genau darum, welches vertrauensvolle Umfeld ich brauche, um mich vernünftig auseinandersetzen zu können. Also wenn ich glaube, ich brauche eine Menge Auseinandersetzung auf dem Weg dahin und ich habe eigentlich nicht das Vertrauen in mein Umfeld, in die Firma, dass ich die Wege so gehen darf. Ja, so, dass, wenn das Risiko, verantwortlich zu sein und zu scheitern, in meiner Bewertung besonders groß ist, dann habe ich auf Verantwortung, keinen Bock. Und dann gucke ich mir und dann gucke ich noch 360 Grad und sehe dann noch vielleicht fünf, sechs Kollegen, die mal den Versuch gewagt haben, verantwortlich zu sein. Die wurden dann alle früher oder später einen Kopf kürzer gemacht. Dann habe ich auf verantwortlich sein, keinen Bock. So, und das ist, glaube ich, einer der wesentlichen Themen, die was auch die emotionale Sicherheit angeht, psychologische Sicherheit angeht. Das war auch in einem unserer früheren Podcasts mal Thema.

00:14:19: Jörg Weidenfeld Kommt immer wieder drauf zurück. Wenn ich haben will, dass Leute verantwortlich sind, dann muss es mir gelingen, als Führungskraft zuerst eine Begeisterung dafür zu kriegen, diesen diesen Job anzunehmen, den Leuten das Zutrauen zu spenden, dass ich sie nicht auswähle, weil ich einen Sündenbock brauche, sondern ich wähle sie aus, weil ich sie für die kompetentesten und fähigsten Leute halte, das zu tun. Und die psychologische Sicherheit geben das, wie gesagt, wird keiner einen Kopf kürzer gemacht.

00:14:49: Jens Alsleben Ja, und die Leute brauchen ein klares Mandat. Das heißt, sie müssen tatsächlich das, was sie tun sollen, auch tun können und dürfen und wollen. Ich muss sie in die Lage versetzen, tatsächlich ihrer Verantwortung nachzukommen. Und die Leute spüren automatisch dem einen früher, die anderen später, ob sie dieses Mandat haben oder nicht. Beispiel Ich habe jetzt vor kurzem mal mit einem gesprochen. Da ging es um einen sehr komplexen Transformationsprozess und da war die Frage okay, wie setzen wir das auf? Und dann hat man sich also nach langem Hin und Her entschieden, auch eine interne, also jemanden einzustellen, der dann intern als Change Manager das Ganze begleiten soll und stellt dann fest, also diese Transformation ist extrem komplex, ist getragen von einer Struktur, wo ganz viele Alphamänner und Frauen rumrennen und der Change Manager ist ein Berufsstarter. Und da frage ich mich dann natürlich wie? Was muss der für ein Mandat haben und auch ausfüllen können, damit er die Glaubwürdigkeit hat, bei lauter Alphatieren sozusagen Dinge zu ändern, anders zu machen oder anzustoßen.

00:16:08: Jens Alsleben Dass Dinge anders gemacht werden als früher. Was für eine Durchsetzungsfähigkeit und Kraft braucht er? Und überfordert man den nicht total? Und ist er nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt, weil er das Mandat gar nicht ausfüllen kann?

00:16:23: Jörg Weidenfeld Ja, ich denke, es gibt immer zwei Sachen. Also ich habe einen. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe eine gewisse Vorliebe für für Leute, die einen, die richtig, richtig Bock darauf haben, das zu verändern. Also wenn dieser junge Berufseinsteiger jemand ist, der wirklich Herzblut da drin hat, dann kann das sehr, sehr weit tragen. Besonders wenn man im Umfeld Leute hat, die eher indifferenter sind. Ja, so was das. Was das angeht. Also ich glaube, das könnte weit tragen, aber ich kriege da einen Punkt, dass das natürlich die Auswahl ist. Die Auswahl ist besonders wichtig. Es ist also maximal entscheidend, dass derjenige, der diese, der in der verantwortlich sein sich wohlfühlt, der muss ein MachbarkeitsGefühl haben dafür, dass das auch irgendwie funktioniert. Also wenn das dann ein Berufseinsteiger ist, der sollte viele flankierende Kräfte haben, die Sie oder ihn dabei unterstützen. Lass ich mal in den in den generellen Punkt des Wollens gehen, weil ich glaube, wir beobachten das ganz oft, wenn ich Menschen habe, die in einem Ökosystem groß geworden sind, wo diese Verantwortungsvermeidung sie eigentlich in den Job erhalten hat, die kriege ich ganz oft, wenn das Kultur ist, die kriege ich nicht von einem auf den anderen Mal gedreht.

00:17:35: Jörg Weidenfeld Und ich komme wieder zurück zur Sanierungssituation, wo manchmal Zeit ein Dissens ist. Also die Menschen, die verantwortlich sein wollen, haben das meistens in sich drin. Also ich kann nur sagen quält keine Leute, versucht sie nicht zum Jagen zu tragen. Wenn man jemanden zu viel davon überzeugen muss, eine Verantwortung zu übernehmen, Also den Teil Emotionale Sicherheit, da kann man sicherlich mal einen Versuch wagen. Aber grundsätzlich ist es so, dass die Menschen, die verantwortlich sein wollen, die zeigen das meistens auch sehr oft. Und dann braucht man auch nicht so viel Überredungskunst, um das zu machen. Und wenn ihr merkt, ihr habt mit jemandem zu tun, der will partout nicht verantwortlich sein, zwingt da keinen rein, erklärt keinem, dass das die Aufgabe ist oder was auch immer. Eher bei einer personellen Veränderung an der Stelle und die möglichst schnell, weil es gibt nichts Schlimmeres wie ein es wie eine wie ein wie nennt man das? Ein Blindgänger. So ungefähr der, der hochgehen kann zu jeder Zeit. Wenn man jemanden dazu zwingt, in eine Verantwortlichkeit, in die derjenige selbst gar nicht annehmen möchte.

00:18:41: Jens Alsleben Und das ist ein ganz besonders prominentes Beispiel ist immer die Fragestellung Wer sollte eigentlich Menschen führen? Ja, sollte das jemand tun, der ein guter Sachbearbeiter war, der selber von sich aus sagt Für mich ist die disziplinarrechtliche Verantwortung zu viel. Ich will das nicht machen. Ich möchte am liebsten weiter im Bereich meiner Sachbearbeitung bleiben. Sollte ich den jetzt da reinzwingen, diese Verantwortung oder eher die sogenannte Fachkarriere jetzt auch wirklich mal konstruktiv einführen? Bei mir im Unternehmen, wo eben Menschen gar keine disziplinarrechtlichen Vorgesetzten sein müssen und trotzdem Karriere machen? Tut man da nicht beiden Seiten, nämlich dem Führenden und dem Geführten, einen Großen Gefallen, sie gar nicht in diese Verantwortung zu zwingen?

00:19:39: Jörg Weidenfeld Absolut. Also das ist ganz klar. Wir dürfen aber bei allem nicht vergessen, dass wir erziehen die Menschen ein Stück weit in diese Richtung. Also wenn ich hingehe und ich habe eine Angstkultur, ich gehe mal zurück zu dem Eingang. Also wenn ich einen sehr totalitären CEO habe, der sagt, alle Entscheidungen liegt bei mir und ich befehle auch alles und alles passiert nur durch mich über meinen Tisch und ist alles meins. Und wenn, wenn irgendwer einen Fehler macht, dann zeige ich meine ganze Härte, indem ich die Leute möglichst publikumswirksam erschieße. Dann ist es so in dem Umfeld hat niemand Bock, was zu tun. Und wenn ich jetzt mein aktuelles Arbeitsmarktklima sehe, wo eine Massenentlassung die nächste jagt, dann arrangieren sich die Menschen mit Angst, die wir nun mal einen großen Anteil haben. Eher dadurch, dass sie hingehen und am besten also sich damit arrangieren und am besten sich wegducken. Somit, Also ich glaube, wir müssen an beiden Seiten arbeiten. Das eine, Wir müssen die Natur eines Menschen sehr kennen, aber wir müssen auch dafür sorgen, dass die, die eigentlich verantwortlich sein wollen, die diese Kapazität gerne entwickeln möchten, einen Rahmen bekommen, in dem sie das auch tun.

00:20:47: Jens Alsleben Absolut. Also im Sinne von Gustav, also ich sag mal den Säbelzahntiger schrumpfen ist es. Sicherlich gibt es am meisten Sicherheit und am meisten Perspektive, wenn Leute klar wissen, was ihr Verantwortungsbereich ist, welche Erwartungshaltung damit dranhängt und wenn sie wissen, dass das System sie entsprechend enabled empowered und sie auch entsprechend frei aufspielen können. Ja, ihr Leute, 21 Minuten haben wir jetzt auf der uhr. Es war wieder extrem spannend. Ich glaube, wir haben ganz viel Futter noch für viele, viele andere Folgen. Bei der nächsten Folge kümmern wir uns mal das Thema um das Thema Silos, also Marketing gegen Vertrieb, RND gegen Produktentwicklung und weiß der Geier was da alles für komische interne Konkurrenzkämpfe geben könnte. Wo kommt das her und was kann man tun, um diese Silo, diese Silodenken zu reduzieren, um da so ein bisschen Stress rauszunehmen? Lieber Jörg, es hat mir wieder Spaß gemacht ohne Ende. Ich wünsche dir ein hervorragendes Wochenende, wo auch immer du bist und habe den Gustav lieb. In diesem Sinne alles Gute, viel Spaß und bis zur nächsten Folge.

00:22:11: Jörg Weidenfeld Danke gleichfalls. Danke an die Zuhörer und wir freuen uns selbstverständlich auf eure Kommentare zu dem zu dem Video.

00:22:20: Jens Alsleben Und denkt dran, habt euren Säbelzahntiger lieb. Er kann auch nichts dafür.

00:22:24: Jörg Weidenfeld Und wenn irgendeiner von euch eine Super Säbelzahntiger Story im eigenen Unternehmen erlebt, seid ihr herzlich willkommen, die uns zuzusenden, mit uns in Kontakt zu treten. Und vielleicht machen wir mal eine Episode gemeinsam. Weil ich glaube ein paar erfolgreiche Kriegsgeschichten im sinnvollen Kampf gegen den Säbelzahntiger oder in dessen Zähmung. Besser gesagt freuen uns natürlich sehr darüber, die mit euch zu teilen, weil ich glaube, dass die auch jeden anderen Hörer sehr ermutigt, auch immer jeden einzelnen Säbelzahntiger nacheinander zu zähmen, so dass sie Stück für Stück immer weniger werden.

00:23:00: Jens Alsleben Genau. Und wenn euch das Ganze gefällt, dann bitte kommentieren, liken, teilen. Und ja, verbreitet den Säbelzahntiger und vielleicht helfen wir uns dann gegenseitig auch ein Stück weit dabei, die eigenen Säbelzahntiger aufzulösen. Bis zum nächsten Mal. Macht's gut, Euer Jens und Jörg.

00:23:20: Jörg Weidenfeld Arrivederci

00:23:21: Jens Alsleben Arrivederci, ciao ciao!

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