Zeige Rückgrat und gewinne dadurch echtes Vertrauen

Shownotes

Warum schweigen wir oft, wenn wir sehen, dass andere fatale Fehler machen – anstatt den Mund aufzumachen und damit vielleicht das ganze System zu retten?

In dieser Episode widmen sich Jens Alsleben und Jörg Weidenfeld der heiklen Perspektive des Beobachters und dem schmalen Grat zwischen „Kameradenschwein“ und notwendiger Zivilcourage. Sie dekonstruieren, wie uns schon das Schulsystem darauf konditioniert, Fehler zu vertuschen und uns in Hierarchien wegzuducken. Statt falscher Loyalität fordern sie eine Kultur, in der „Melden macht frei“ nicht als Verrat, sondern als überlebenswichtiger Schutzmechanismus verstanden wird.

Anhand packender Anekdoten – vom fatalen „CC statt BCC“-Fehler im Investmentbanking bis hin zum dramatischen Moment einer Insolvenz – machen die beiden klar: Wer versucht, Fehler auszusitzen, verliert langfristig. Wahre Leadership zeigt sich hingegen darin, sich im Sturm schützend vor das eigene Team zu stellen und Verantwortung radikal zu übernehmen.

Dabei wird klar: Wer aus Angst vor Konsequenzen schweigt, schneidet sich – wie Jens es drastisch formuliert – „eine Scheibe vom eigenen Selbstwert ab“. Ein leidenschaftlicher Appell für das „Infinite Game“ , in dem Charakterstärke und der Blick in den Spiegel langfristig immer über politische Spielchen siegen.

Bis zum nächsten Mal, haltet durch und bleibt entspannt! Euer Jens, Jörg und Gustav.


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Jörg: Hallihallo ihr Lieben da draußen, herzlich willkommen zu unserer neuen Folge. Hier machen wir jetzt die zweite Runde zum Thema Fuck-ups. Diesmal mit der Perspektive von der anderen Seite. In letzten Folge haben wir ja mit dem schönen Anker geendet, wie es denn ist, nachdem wir beleuchtet haben, wenn man selber einen Fehler gemacht hat, wie es denn ist, wenn man einen Fehler oder wenn man einen Fuck-up beobachtet, davon direkt betroffen ist und das ganze Sozialverhalten mit... schwärze ich den Kollegen an, muss ich aus der Sache unterordnen. Und dieses Thema in altbesetzter Runde beleuchten wir jetzt mit dem Leadership Coaching Visionary jetzt.

Jens Alsleben: und dem Restrukturierungs-Althasen Jörg.

Jörg: Wundervoll.

Jens Alsleben: Ja, das ist ja spannend. hatten ja eine, finde ich, wirklich gute Dynamik, gerade auch zum Ende des Podcasts. Und dein Ansatz nach dem Motto, ja, was passiert eigentlich mit denjenigen, die Opfer von Fuck-ups anderer sind, die ihre Fuck-ups nicht zugeben, sondern überdecken wollen? Und das finde ich natürlich total spannend. Bringt mich natürlich auch wieder gleich zurück. in meiner Militärzeit, nämlich was passierte denn da, wenn ich das beobachtet habe. Wir haben die Maßgabe gehabt, melden macht frei. Das heißt, wir mussten auch, wenn andere Fuck-ups machen und nicht reagiert haben, für die sozusagen die Hand heben, weil die Konsequenzen einfach lethal waren, also tödlich sozusagen. Und da gab es eine kollektive Verantwortung, Fuck-Ups nicht zu übergehen, sondern auch, wenn das vielleicht Kameradenschweinerei gewesen sein wäre, das dann offen zu legen. Und das hat einen immer in den inneren Konflikt gebracht, und zwar brutal. Insofern habe ich jetzt gerade wieder ein altes Gefühl, was da in mir hochkommt.

Jörg: Ja, jetzt ist aber, was aber spannend ist an deinem Militärabgleich, du kannst zumindest immer sagen, hier geht es andere Menschenleben. Das heißt, hier ist sozusagen die Konsequenz des kollegial sein könnte Leben kosten an einem anderen Ende und damit ist die Entscheidung relativ schnell gemacht. so also vom moralischen Abwägen im Unternehmensumfeld.

Jens Alsleben: mhm mhm

Jörg: ist das meistens nicht der Fall, dass Menschenleben sterben, sondern dann könnte es, dann sind wir in einem Abwägungsbereich.

Jens Alsleben: Aber das ist mal ganz spannend. Das ist eine Annahme, die du triffst. meine Annahme ist, dass da Menschenleben gefährdet sind, sozusagen. Die müssen ja nicht gleich sterben, aber sie können ja verwundet werden, traumatisiert werden, wie auch immer. Und das ist aus meiner Sicht im Wirtschaftsleben kein Funken anders. Wir haben uns nur noch nicht darüber Gedanken gemacht, was die langfristigen Konsequenzen dieses Tuns ausmachen. Weil wenn ich da draußen jemanden so traumatisiere, dass er in seinem Arbeitsleben nie wieder den Mund aufmacht und zu einem echten Coward wird und versucht eine Misserfolge zu vermeiden, anstatt Erfolge zu suchen, dann habe ich auch ein Leben negativ verändert. Dann habe ich auch einen Menschen traumatisiert. Dann habe ich auch einen Menschen verletzt. Oder siehst du das anders?

Jörg: Nein, ist ich warum ich so im Kreis grinse, ist an allen Sanierungen, in allen war das Wissen über das was operativ anders sein muss, damit die Bude läuft bei den operativen immer vorhanden. Das was es immer nötig gemacht hat, war denen wieder das Wort zu geben, weil die nämlich alle die Klappe gehalten haben über die, die nämlich genau die Fakaps nicht gemeldet haben und die Alternativen auch nicht, weil die Angstkultur eigentlich sozusagen da drüber lag.

Jens Alsleben: Hmm.

Jörg: Das Wissen war immer da. Also kann ich eigentlich nur mehr als bestätigen, dass Menschen, immer zumindest das ganze Unternehmen zu Fall geraten, weil das ja ein Kollektivphänomen wird. Das ist ja kein Einzelfall. Man glaubt, kleiner Fackup ist mein Einzelfall. Aber wenn das Kultur ist, dann passiert das mit allen Fackups. So und das kann manchmal fatale Folgen haben, du das Unternehmen, was Dinge macht, die Menschenleben im Auto schützen. Hier gehen Leute hin, die mit ihren Fakaps nicht richtig umgehen oder so. Also es gibt ja das, das können ja ganz dramatische Dinge hinbringen, aber auch mit allen Arten von latenten Risiken. hatten Leute, die in der Buchhaltung Angst davor hatten.

Jens Alsleben: Ja, ja, ja.

Jörg: Also der Treasurer, irgendwie was falsch geplant hatte und dann plötzlich standen wir am Ende des Monats an, die Gelder nicht bezahlen. Das haben wir dann zwei Stunden vor Knopfdrücken.

Jens Alsleben: Ja. So und warum haben wir Menschen Angst vor der Konsequenz unserer Fehler? Was passiert da kollektiv sozusagen? Ich habe da meine eigene Idee zu. Ich bin ja kein Psychologe und kein studierter Mediziner. Aber wenn ich mal biochemisch denke und prähistorisch sozusagen, wir Menschen brauchen ja Zugehörigkeit. Wir sind ja Teil einer Gruppe, sind ja Herdentiere. Und wie tief in uns verwurzelt ist das Wissen darum, wenn die Gruppe uns ausschließt, dann sind wir des Todes sozusagen. Und wenn ich in einer Gruppe, wo bestimmte Regeln herrschen, in einem System, wo eine bestimmte Kultur herrscht, uns gegen die Kultur stelle, dann riskieren wir immer auch ein Stück weit die negative Konsequenz der Gruppe, Systems, bis hin zum Ausschluss, also zur Kündigung, auch was für sich zum Ausschließen aus Informationsflüssen, fehlende Beförderungen, was auch immer. Und das schwingt definitiv immer mit aus meiner Beobachtung. Wie siehst du das?

Jörg: Ich finde, wir werden, also das ist jetzt fast, greift sehr weit, ich versuch's kurz zu machen. Im Schulsystem werden wir so trainiert. Du bekommst im Laufe deiner Schulseaufbahn 650 mal eine Note ungefähr und die wird permanent mit jeder Note, wird die verklickert. Wenn die nicht ideal ist, wenn die nicht optimal ist, wenn du einen Fehler machst, dann ist das schlimm für deine für deine Zukunft, irgendwas machst du ein paar Mal hintereinander, dann sorge ich auch für Strafmechanismen, keine Ahnung, schieb dir einen Brief nach Hause, ich mach dir dies und das und sonst irgendwas. Das heißt, hast also über 13 Jahre, hast eine fantastische Konditionierung da drauf. Ist ja nicht die Wissensvermittlung, sondern die Art der Wissensvermittlung. Dir sagt einer, was du zu tun hast, dir gibt einer einen Standard, jemand bewertet dich und derjenige, der dich bewertet, hat dazu auch noch die Macht dazu, dafür überall zu entscheiden, weil der vermittelt dir, dass eine schlechte Bewertung macht dein Leben scheiße und zwar ein für allem Mal. Das ist aus dem Preußischen entstanden, weil man gefolgsame Soldaten haben wollte, die sich die Obrigkeits- und Befehlsketten akzeptieren. Wenn du dann fragst, warum muss ich den Scheiß hier lernen, warum will ich sowieso nicht mehr wieder, die da oben machen Lehrplan. Die befehlen mir das, heißt, du akzeptierst auch wunderbar, dass es ein Die da oben gibt. Wenn du zu deinen Eltern nach Hause gehst und sagst, warum muss ich den Scheiß antun, lass mich doch da raus, dann sagen die, kann ich auch nicht mal eine Schulpflicht. Ich bin machtlos. Und damit bringst du Leute dahin, sich zu optimieren in diesen Machtgefüge, sich elegant zu bewegen und jeder, selber durch die Schule gelaufen ist, daran erinnert, weiß mit welchen Mechanismen man diesen Dingen ausweicht. Also wenn die Note nicht immer eine Eins ist, hat man Wege und Mittel, wie man den Mechanismen ausweicht, wie man mit denen umgeht. Und keiner ist hingegangen und hat dem Lehrer gesagt, Hier habe ich einen Fehler gemacht, hilf mir mal dabei. Das ist selten im Feldpassiv. Man hat damit eine gute Erfahrung gehabt. Ich glaube, wir sind sehr konditioniert.

Jens Alsleben: So und jetzt steckst du als Hörer in der Situation, wo das System dir auch genau das vermittelt. Unterschwellig. Was braucht es denn an kommunikativen Geschick, diplomatischer Befähigung und Mut, trotz alledem auch im Sinne des Systems diese Themen aufzudecken. Also, will sagen, du bist jetzt Führungsebene 3, sagen wir mal. Und du stellst fest, Führungsebene 2 trifft eine Entscheidung, die hat negative Konsequenzen und muss eigentlich korrigiert werden, aber es passiert nichts. Und du sollst, du hast jetzt die Möglichkeit, Führungsebene 3 peers und subordinates zu sammeln, gegen die 2 zu opponieren. Und du kannst mit der Ebene 2 offen sprechen. Du kannst direkt an der Ebene 2 vorbei zur Ebene 1 gehen. Was macht man denn im Sinne des eigenen Überlebens und im Sinne dessen, was richtig ist, in solchen Situationen dann nicht auch, wie das System einem das vorschreibt, ruhig zu bleiben?

Jörg: Also ich würde sagen, Intuitivreaktion ist immer schick die Absolution vorweg. Also das von vornein sagt, pass auf, ist, also du beobachtest die Entscheidung, du siehst irgendeinen Vorgang, der nicht richtig ist. So. Und mehr oder weniger läufst frontal, auf die sprichst direkt die Leute direkt an über das, was da passiert, und sagst, meine Beobachtung, meine Einschätzung, so und so ist das. Und du schickst die Absolution direkt vorweg und sagst, Leute, das ist nicht, hier suche ich nicht nach jemanden, der was falsch gemacht hat, sondern wir müssen ihren Fehler vermeiden. Erlass uns doch nochmal kurz, Workshop, erklär mir nochmal.

Jens Alsleben: Das muss man erklären.

Jörg: Warum ist das so? Was hat dazu geführt? Was ist hier und da? Und wenn es Korrekturbedarf ist, machen wir das. Aber du schickst die Absolution vorweg, also dass das nicht ein Thema ist von, ich suche danach, wer was falsch gemacht hat, sondern du kreierst eine Referenzerfahrung. Das ist immer mein Mantra in allen Sachen. Wenn du eine Kulturänderung wahrnehmen willst, musst du als Führungskraft neue Referenzerfahrungen kreieren. Du kannst das nicht auf ein Blatt Papier schreiben und in einen Rahmen stellen mit irgendwelchen Values, sondern du musst Referenzerfahrungen kreieren. Und der fängt es am besten damit an, wenn du head-on, also wenn du mit dem Problem so umgehst, du dir gewünschst, sofort, unmittelbar head-on, aber mit dem offenen Herzen, dem Lächeln und der Absolution, sondern dem Motto, lass uns gucken, dass hier nichts schief läuft, ohne, wer hat das jetzt hier falsch gemacht.

Jens Alsleben: Also auch da eine persönliche Anekdote. Es ist das Jahr 2001. Ich bin bei der Deutschen Bank im Large Cap &A auf einer Sell-Site als Senior Associate und mein Director sagte, ich soll alle beteiligten Parteien bitten, bestimmte Informationen zuzusenden. Ich formuliere das E-Mail. und schreibe alle Parteien anstatt in BCC in TO. Und drücke auf Send. Damit wussten alle potenziellen Kaufinteressenten voneinander. Diese E-Mail habe ich übrigens immer noch unter meiner Schreibtischunterlage seit mittlerweile 25 Jahren und seitdem checke ich immer noch jede E-Mail dreimal. Aber... Was ist passiert? Ich hab auf Senden gedrückt. Der Boden öffnete sich. Ich fiel nach unten. Ich riss in alter militärischer Form die Hand hoch und sagte, Scheiße! Ich hab ihr ein E-Mail rausgeschickt und das und das das passiert. Mein Director war ein Schweizer Major, also der auch gesagt hat, okay. Das das Schlimmste, in diesem Gebäude Und dieses unglaubliche Gefühl der Solidarität, wenn sich alle zusammenfinden, zu versuchen, die Konsequenzen der Fehlleistungen zu minimieren.

Jörg: Ja und es ist vor allen Dingen auch Referenzerfahrung auch für alle anderen, die potenziell meinen Fehler machen. Weil die sehen nämlich genau daran, wie das in dem einen Vorgang läuft, was ihnen denn blühen würde, so und sowas. Also wirklich jeder einzelne Vorgang ist auch nicht nur relevant für den einzelnen Vorgang, sondern das ist der Sales-Job für die Unternehmenskultur nach vorne. Also auch kann ich sagen, in der Sanierung du machst das 1-2 mal relativ sichtbar.

Jens Alsleben: Absolut.

Jörg: Also dass Leute das erzählen können und damit erreicht man schon sehr sehr viel.

Jens Alsleben: Ja, weiß nicht ob euch das langweilt, aber ich habe noch eine weitere Anekdote aus meinem Leben. Wir haben eine Firma verloren. Eine Portfolio-Firma musste in die Insolvenz gehen, weil wir bestimmte Signale nicht rechtzeitig gesehen oder nicht beobachtet haben. Anyway, auf jeden Fall war dann an dem Tag, als klar war, wir müssen Schutzschirm anmelden, kamen aus meinem Team zwei Jungs zu mir ins Büro schlossen die Tür und sagten, es tut ihnen wahnsinnig leid, sie haben da irgendwas auch übersehen und sie haben totale Sorge, dass das jetzt irgendwelche Konsequenzen hat für ihre Karriere. Und dann bin ich hingegangen und hab gesagt, okay Jungs, guckt mir mal tief in die Augen. Da sag ich, euch wird hier gar nichts passieren, weil es meine ultimative Verantwortung ist. dafür Sorge zu tragen, dass diese Dinge richtig gehandhabt werden. I fucked it up. Ich stelle mich hundertprozentig vor euch. Das ist überhaupt gar kein Thema. Wir müssen uns jetzt darüber Gedanken machen, wie wir aus der Situation das Beste machen. Aber ich stelle mich auf jeden Fall vor euch. Es ist den beiden dann auch gar nichts passiert. ist auch gar nicht rausgekommen, wurden auch gar nicht angeklagt von irgendwelcher anderer Seite, aber ... Die beiden haben dann wirklich über Monate die extra Meile gegangen, weil sie wussten, sie sind in einer schwierigen Situation trotz alledem sicher. Und das ist ein Appell, ich an alle, da draußen führen, nur richten kann. Stellt euch vor, die Leute, ganz, ganz entscheidend, wenn Fehler passieren, ihr als Hauptverantwortliche müsst den Leuten die Sicherheit geben, dass sie in der Federbehandlung nicht umgehen. Unkomm.

Jörg: Absolut. Jetzt sprachst du eben von dem Thema der Verantwortung und Verantwortungsübernahme. Sie hatten auch in einem der Vorgespräche noch mal gesprochen darüber, die Verantwortung ist nicht eine, wir, die Verantwortung haben, wieso, wieso. Die Frage ist, ob wir die Verantwortung auch übernehmen, ob wir die annehmen und damit entsprechend umgehen. So, in das Amt jede Rolle, jede Führungsposition, hat man sie. Hängt einem die Verantwortung für das, was innerhalb des Verantwortungspreises passiert, Und somit sind also Leute, die den Schuldigen in der Abteilung suchen, welche, die eigentlich die Verantwortung, die ihnen gegeben wurden, der Stelle deflektieren und eben nicht annehmen. Ich würde nochmal die Brücke schlagen zu der Öffnung des Podcasts, weil wir darüber sprachen, was passiert auf eurer Seite, wenn jemand anders sozusagen seine Verantwortung nicht annimmt, dem nicht gerecht werdet und ein Fakka passiert, den ihr beobachtet oder von dem jemand oder unmittelbar betroffen seid. Du hast eben aus der militärischen Seite gesprochen, dass auch da eine Meldung wichtig war, auch wenn die beobachtet hast woanders, weil die Sache steht über allem. Also ich glaube, das würde ich gerne nochmal moralisch bisschen durchleuchten, weil wenn man viele dieses Kollegen schwein oder jemanden anschwärzen und dann natürlich auch die Angst, damit verbunden ist, wenn ich jetzt hingehe und mache jetzt Maul auf, dann werde ich irgendwann, wird die Rache kommen, dann wird wer anders auch bei mir nach Fehlern suchen und so weiter und so fort. sind ja die klassischen Dynamiken, man eigentlich so beobachtet. Da drin, also was in den Köpfen vorgeht, wenn so was passiert. Da habe ich Reflexionen dazu.

Jens Alsleben: Also...

Jens Alsleben: Wie heißt es das Finite und das Infinite Game? Wir spielen langfristig und wir müssen 50 Jahre Arbeitsleben mental und physisch gesund überstehen und hoffentlich auch mit positiver Energie. Und ich kann nur sagen, das ist jetzt mein Datenpunkt und das ist auch nur meine Erfahrung. Vielleicht haben andere ja auch gemacht. Langfristig gesehen liegt deine Gesunderhaltung, vor allen Dingen deine mentale Gesundheit, hängt in erster Linie davon ab, dass du dir im Spiegel schönen guten Morgen sagen kannst, jeden Tag. Und wenn du das kleine Gefecht im Hier und Jetzt nicht ertragen kannst, weil du hoffst, dass sich die Dinge auflösen, Dann sage ich dir hier und heute ganz klipp und klar, das ist wieder eine kleine Scheibe Selbstwert, die du dir da selber abgeschnitten hast und das wirst du den Rest deines Lebens mittragen. Jeder Moment, wo du nicht für dich eigen stehst, jeder Moment, wo du gegen die Werte, gegen das, was richtig ist, selber verstößt aus Angst vor so Konsequenzen, wird sich in dir aufschichten wie eine kleine Schicht von Alltagsschmutz. So, das ist jetzt vielleicht die etwas pathetische Antwort. Auf der anderen Seite muss ich sagen, bin ich als Teil des Systems immer gesamtverantwortlich. Ich habe auch eine Verantwortung für das Gelingen des Gesamtsystems. Und wenn das Gesamtsystem in dem Moment, ich meiner Verantwortung nachkomme, sprich sage, hier läuft was falsch, wir müssen das ändern, sonst gibt es Konsequenzen und das System mich dafür abstraft, ist das auch ein Zeichen und dann ist das nicht das richtige System. Jetzt kann man natürlich sagen, ja, ich kann ja nicht aus allen Firmen raus, aber ich kann euch sagen, es gibt immer Systeme, die das gotieren und es gibt Systeme, die das abstrafen.

Jens Alsleben: Und die Systeme, die das abstrafen, sind in höchstem Maße dysfunktional, politisch und dienen nur dem Machterhalt der oberen Chargen. Und ob du dieses Spielchen mitmachst oder nicht, ist eine ganz bewusste Entscheidung, die du für dich treffen musst unter Inkaufnahme aller Konsequenzen.

Jörg: Es passiert ja auch viel in den, wenn wir gar nicht in die obersten Etagen sind, dessen gar nicht bewusst, sondern passiert ja ganz viel zwischendrin, mittendrin und dergleich noch ganz viel auf Basisvermutmaßung. Ich habe mir das Thema Immunsystem angebracht. Es ist ja so, dass dieses Faltenskodex alles unter den Teppich zu kehren aus einem Angstprogramm, sozusagen gewisses Immunsystem hinbringt. Also wenn man plötzlich Integrität lebt da drin, das macht dann reagiert erstmal ein Immunsystem. Aber eine Sache kann ich euch auch sagen. Habt nie den Anspruch, Führungskräfte zu sein, wenn ihr zu der Zeit, in der ihr es nicht seid, nicht den Mumm dazu habt, das Richtige zu tun. Macht das als Führungskräfte nämlich auch nicht. Also wenn ihr euch hier in den Spiegel guckt und ihr sagt, hier habe ich gekniffen aus Angst vor, lasst das mit der Führungskräfte. Als zweite ist, ich kann sagen, ich bin immer belohnt worden. Am Anfang gibt es Gegenwind. Aber die Leute merken das. Die Leute merken das, dass du deine Werte nicht verkaufst. Und das ist etwas, was am Ende das Auswahlkriterium dafür ist, warum du die Führungskraft wirst, die du sein sollst, weil du vorher dieses Verhalten demonstriert hast. Also diese ganze Mutmaßung über, wenn ich mal kurzfristig nicht das Richtige tue, dann ist das besser, weil merkt ja keiner und so weiter und so fort. Die Rechnung geht nicht auf. Man wird immer belohnt. Die Integrität wird immer belohnt. Und die Leute, die einem die Freundschaft kündigen, wenn man das gemacht hat, richtig ist, auf die Freundschaft kommt man auch vorher pfeifen. Und du kannst dich auch darauf verlassen, wenn es eine Situation gäbe, andersrum, diese Menschen zu ihrem Vorteil dich anschwärzen könnten, sie machen es ohne zu zöbern.

Jens Alsleben: Das war kein Sprit.

Jörg: Also.

Jens Alsleben: Herrliche Schlusswort, so ein wunderschönes positives Ending. Also, tretet ein für das, was richtig ist. Und nehmt die Konsequenz wie ein Mann oder eine Frau, denn danach geht das Leben trotzdem weiter. Und dass ihr euch behauptet habt, das wird das System respektieren, honorieren. Wenn das System nicht, ist es das falsche System. Aber eure Seele wird es honorieren und respektieren. In dem Sinne freuen wir uns auf die nächste Folge. Wir wünschen euch jetzt, dass ihr weiter bleibt, stark im Sturm bleibt und bis in zwei Wochen.

Jörg: Ciao!

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