Vom Fehler zum Durchbruch: Wie du Rückschläge in echte Stärke verwandelst

Shownotes

Warum fühlen wir uns, als würde sich der Boden unter uns öffnen, wenn wir einen Fehler machen – anstatt den Moment als Chance zu begreifen, in dem sich wahre Loyalität und Charakter erst zeigen?

In dieser Episode widmen sich Jens Alsleben und Jörg Weidenfeld schonungslos ehrlich dem Thema „Fuck-ups“ und der Kunst, im freien Fall die Ruhe zu bewahren. Sie dekonstruieren die lähmende Dynamik von Scham und biochemischer Panik, die einsetzt, wenn wir – wie Jens es nennt – „tief in die braune Masse greifen“. Statt Fehler zu vertuschen oder auf Absolution von außen zu warten, zeigen sie auf, warum der innere Frieden die einzige Währung ist, die in der Krise zählt.

Ausgehend von drastischen Beispielen – von der „F5-Taste“ im Investmentbanking bis hin zu militärischen „Life-or-Death“-Szenarien – machen die beiden klar: Wer versucht, Fehler weiß zu übermalen, gefährdet das System. Wahre Leadership zeigt sich hingegen im reflexartigen „Hand hoch“ und dem Mut, Hilfe einzufordern. Jörg und Jens illustrieren, wie man durch Techniken wie das bewusste „Ha!“ die eigene Angst in Neugier verwandelt und den Autopiloten des Scheiterns stoppt.

Dabei wird klar: Ein Fehler ist kein vernichtendes Urteil, sondern ein notwendiger Stresstest, der offenbart, auf wen man sich wirklich verlassen kann. Ein leidenschaftliches Plädoyer für radikale Integrität, das Ende der Vertuschung und den Mut, sich selbst zu vergeben, bevor es andere tun.

Bis zum nächsten Mal, haltet durch und bleibt entspannt! Euer Jens, Jörg und Gustav.


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Jens Alsleben: Ein herzliches Moin, ihr Lieben. Willkommen zur nächsten Folge von Stark im Sturm. Das neue Jahr hat euch schon alle fest im Griff und die ersten Fuck-Ups haben sich auch schon eingestellt. Und dann dachten der Jörg und ich, weil wir auch schon unsere Year Beginning Fuck-Ups hinter uns haben, wir thematisieren das heute mal. Moin Jörg, schön, dass du wieder mit dabei bist.

Jörg: Morgen, lieber Jens, ein frohes neues Jahr dir und in die Hörerschaft.

Jens Alsleben: Ja, danke. Danke. Auch wenn wir schon tief im Februar sind. finde, gute Wünsche gibt es nie genug. Ja, und insofern gebe ich die natürlich herzlich zurück. Das Jahr hat angefangen in Hamburg zumindest mit Schneesturm, 30 Zentimeter Schnee, Hunderten von kleinen Schneemännern auf Brückengeländern und radikalen Idioten, die die Schneemänner dann mit einem Arm wieder beiseitegewischt haben, was wieder die Hamburger in Aufregung gebracht hat. Und wir fragen uns, wie viele Emotionen sind eigentlich in den ersten 30 Tagen schon wieder im System? Und das Thema Fuck-ups, das kommt aus eigener Erfahrung sozusagen auf den Tisch. Jörg, wie ist dein Blick auf Fuck-ups?

Jörg: Erstmal sind sie natürlicher Lebensbestandteil. ich kann sagen bei den Dingen, passieren, Fack-Ups ist ein Urteil. Es sind natürlich Dinge, die schief laufen. Aber meistens ist es so, dass auf dem Rücken der Dinge, die schief laufen, auch ganz viel Großartiges passiert. Weil letztendlich muss man sagen, wenn etwas schief lief, gab es einen Fehler im System, der damit erst mal entdeckt wurde. So und dann erkennen wir eben auch sehr viel drum herum, wie die Leute drum herum damit umgehen.

Jens Alsleben: Ha!

Jörg: was das Arbeiten an einer Lösung angeht und was schöne Nebeneffekte angeht. Also da lernt man zum Beispiel, auf wen man sich mit ihm verlassen kann. Da lernt man, wer, ob es jemanden gibt, ich sag mal, innenpolitisch einen Vorteil daraus ziehen will, dass du gerade einen Fehler gemacht hast, dass bei dir gerade was schiefgelaufen ist und dergleichen. Aber für die Episode würde ich gerne in bestimmte Sequenzen vorgehen und zwar erstmal bei einem selbst. Also selber in der Situation und du hast selbst was verbockt. Nicht dir ist was passiert, sondern du hast selbst was verbockt. So, weil dann begegnet dir zuallererst mal die Scham darüber, dass das so ist. Und es ist eine natürliche menschliche Reaktion erst mal nach einem Weg zu finden, wie man den vielleicht nicht ganz so als im Fakab deklarieren muss und vielleicht damit gar nicht so offensiv umgehen muss und dergleichen. Und da würde ich eigentlich gerne mal mit anfangen. Dieses Gefühl. Boah, das war kacke. Oder wenn man so eine Auswirkung sieht, dass man eine Entscheidung getroffen hat, mit sehr imperfekten Daten, vielleicht ein bisschen fahrlässig sogar. Und da richtig scheiße rausgekommen. So und jetzt geht es darum, sich integer zu verhalten und mit einem geraden Rücken mit der Situation richtig umzugehen. Aber bleiben wir erstmal bei dem Gefühl. Kennst du sowas Jens? Schon mal erlebt?

Jens Alsleben: Du fragst einen fast 60-Jährigen, ob er dieses Gefühl kennt, mal tief in die braune Masse gepackt zu haben. Ja, das kenne ich sehr, sehr gut. Ich sag mal, die Festigkeit der braunen Masse und die Größe der braunen Masse war unterschiedlich. Aber ja, ich habe da eigentlich ständig reingepackt und ich bin nicht einer der Hamburger Fuck-up-Night-Speaker. wenn ich nicht sogar auch darüber berichten und darüber reflektieren würde. Natürlich. Und ich sag dir ganz ehrlich, ich verstehe, wie es ist, wenn sich von einer Sekunde auf die andere der Boden öffnet und du in ein dunkles Loch hinabstürzt und der festen Überzeugung bist, dass du den Aufprall nicht überleben wirst. Das kenn ich, ja.

Jörg: Ja und es gibt ja diese schöne biblische Stelle, wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Das ist glaube ich mal der erste große Take-Away. Wenn ihr mit Leuten zu tun habt, die wie soll man sagen, länger als drei Tage auf dem Planeten sind, könnt ihr sicher sein, alle anderen haben schon mal nicht scheiße gegriffen. Alle anderen haben auch schon ihren persönlichen Fuck-Up hinter sich, das heißt ihr seid immer in guter Gesellschaft. Es gibt also sozusagen keinen Grund, sich dessen fundamental zu schämen, weil da wo geobelt wird, fallen Späne, Dinge passieren.

Jens Alsleben: Lass mich da einhaken. Wer sagt, dass es da keinen Grund gibt, sich zu schämen? Muss das von außen kommen oder muss das von innen kommen?

Jörg: von innen.

Jens Alsleben: Klar, von innen. Das ist mich schon mal ein ganz wichtiger Punkt, da können wir ja noch mal drauf hängen bleiben, für diejenigen unter euch, die glauben, dass die Absolution von außen kommen muss, hier kommt die, ich sag mal, ungeliebte Wahrheit, aber auch die große Chance, die Absolution könnt nur ihr euch selber geben, damit ihr inneren Frieden findet. Weil das System ist manipulativ und gibt euch Gesetze an die Hand, die ja auch nur menschgemacht sind und die auf Basis von irgendwelchen Erfahrungen ins Leben gerufen wurden und von Ängsten und Sorgen derer, die die Regeln machen im System. Aber euren inneren Frieden zu behalten, dürft ihr euch nicht von außen abhängig machen.

Jörg: Ja, vor allen Dingen entscheidet dieser innere Frieden darüber, schnell zu reagieren, weil der Sachverhalt im Regelfall erfordert ja eine schnelle Korrektur. Also es gab damals mal bei uns bei Alvarez immer die Regel Bad News First, weil das die Dinge sind, besonders in in sonder Situation halt da ist meistens Eile geboten, zumindest den Schaden zu minimieren. Und da muss man möglichst viele Leute, die an der Lösung mitarbeiten, können frühzeitig darüber informieren, dass das so ist, damit man schnell den Schaden eindämmen kann.

Jens Alsleben: Aber bleiben wir noch mal einen Schritt nachdem sich der Boden geöffnet hat und du realisierst, warum auch immer, dass da etwas nicht richtig läuft. Dann passiert ja in euch etwas, was ihr gar nicht kontrollieren könnt. Denn dann schüttet euer Körper eine Biochemie aus, die euch letztendlich vor Jahrhunderttausenden das Leben retten sollte, weil ihr plötzlich eine für euch als bedrohungempfundene Beobachtung gemacht habt. Und dann öffnet sich der Boden, ihr stürzt nach unten. Und während ihr so nach unten stürzt, wird euer Körper mit Adrenalin überschwemmt, eure Muskeln versteifen sich, der, ich sag mal, präfrontale Cortex, eure Ratio wird ausgeschaltet. und das Unterbewusstsein übernimmt. Und wenn ich jetzt gerade dabei bin, nach unten zu stürzen, was kann ich denn tun, meinem limbischen System, meinem Unterbewusstsein zu sagen, jetzt halte mal, jetzt müssen wir uns erst mal wieder darauf konzentrieren, was eigentlich passiert ist. Wie hast du das gemacht in solchen Situationen?

Jörg: Das erste ist immer eine Maßnahme, du oft schon vorhin gesprochen hast, so Themen wie Boxatmung und dergleichen, erstmal sammeln. Also das ist überhaupt in der Situation, man die erkennt, es ist eine gewisse Routine drin, dass man nie aus dem Affekt handelt. Gibt es eine Pilotenschule auch, der Dieter Lange erzählt, dass immer Don't Panic ist einer der wesentlichen Schlüssel. Kapazitäten im Cockpit oder so, wenn irgendwie was kritisches passiert, wenn man dann Scheißentscheidungen trifft. Also das allererste ist mal wie so Themen wie Breathwork, die ich überhaupt mal wieder zur Ruhe zu bringen. Also nicht aus dem Aktionismus zu handeln, sondern erst mal das Ding anzunehmen. Ich glaube das ist scheinbar so ein unwesentlicher Schritt zu sein, aber der ist extrem wichtig, weil man kann aus der Affecthandlung Kann es sein, dass man dem einen Fakkapp direkt den nächsten hinterher schiebt, wenn man da nicht weiß, was man tun soll.

Jens Alsleben: Ich glaube aber, sich zu sagen, don't panic, ich kann mir das ja auch mit einem Post-it auf die Mitte meines Monitors kleben und da jeden Tag drauf gucken. Die Fähigkeit dann tatsächlich nicht in Panik zu verfallen, die fußt ja aber auch auf einer Innenschau. Also ich meine, ich meine ist, wir haben ja alle Glaubenssätze. Und ich gehe mal von mir aus, früheren Glaubenssätze, ich bin nicht gut genug. Und deswegen muss ich immer überleisten, sozusagen. Wenn ich dann Fehler gemacht habe, für mich sind Fehler von der Prägung her was ganz Schlimmes, was unbedingt vermieden werden muss. Und wenn ich dann Fehler gemacht habe, dann einfach zu sagen, don't panic, hätte mir damals überhaupt nicht geholfen. weil das Unterbewusstsein das gar nicht gehört hat.

Jörg: Dann war auch gleich deswegen, das ist nicht das Sagen, sondern deswegen fängst du ja immer doch an mit Breathwork, deswegen fängst du ja auch erst mal an mit der Ruhe darin und auch Aktivierung des Parasympathikus. Also ich denke, wenn wir an die Werte gehen, dann bist du schon wieder in der Lage überhaupt, das zu betrachten. Ich bin erst mal ganz am Anfang dabei, wenn die Situation passiert und deine Bio-Chemie wirkt, die erst mal einzufangen, dann in der Lage zu sein. eigentlich die Frage nach, also zu beurteilen, die eigenen Werte, wie die eigene Geschichte auf so eine Situation schaut und damit zu arbeiten.

Jens Alsleben: Damit sind wir ja aber auch in der Prävention. Also wenn du sagst, wir wollen da sequenziell ein bisschen durchgehen, können wir nachher nochmal drüber sprechen, aber da geht es ja darum, wie arbeite ich mit mir, sozusagen präventiv, wenn solche Situationen auf mich zukommen, tatsächlich diesen Don't Panic Knopf drücken zu können. Ja, weil ich meine da die Eigenschau im Sinne von, was wir auch im Vorgespräch angesprochen haben, sich darüber im Klaren zu sein, über die eigene Bewertung. Also warum bewerte ich, was ich beobachte, wie? Und wie kann ich diese Bewertung auch im Zeitverlauf dadurch, dass ich da anders drüber nachdenke, so verändern, dass ich mich dann in dieser Situation nicht mehr so trigger? Also zum Beispiel dein Eingang, wo du sagtest, aus Fehlern kommt immer was Gutes. Ich ziehe wahnsinnig viel Erfahrungen. Wenn ich mit so einem Blick auf Fehler gucke und das auch wirklich meine und auch wirklich lebe, dann passiert ein Fehler und dann schrei ich innerlich Hurra. Also für alle da draußen vielleicht ein kleiner Anker, wenn euch irgendein Mist passiert, dann Sag doch einfach mal zu euch laut oder leise, also innerlich oder auch tatsächlich laut scharfsow. Allein dieses eine Wörtchen Ha! Triggert Neugier und triggert Offenheit, triggert ach guck mal da passiert jetzt was interessantes und bringt euch tatsächlich dazu anders zu beobachten, was da gerade passiert.

Jörg: zumindest auch zuzulassen, ganze Situation zu beobachten. Also aus dem Vorgespräch ein bisschen hinzugehen. ich habe von einer von einer turbulenten Geschäftssituation gesprochen, wo also sozusagen ein Funflow nicht termingerecht gelaufen ist und wir dann aus alternativen Quellen schnell Geld besorgen mussten. Und in diesem Weg konnten wir dann feststellen, wer sozusagen tolle Menschen, einfach mal ruckzuck zu uns gehalten haben, aber auch Leute, die unter diesem Stress so andere Scherze gemacht haben, wie Daten runterladen und was auch immer hinzubringen. Man konnte wunderbar sehen, wer eigentlich dann unter diesem Druck loyal ist und wer plötzlich ganz anders reagiert. Diese Erfahrung hätte ich nie gemacht, hätte es diese Stresssituation nicht gegeben. Ich durfte erfahren, wie super ich mich auf meine Partner verlassen darf. Kann. jede Stresssituation hat uns immer noch stärker zusammengeschweißt. Auch Dinge. Man sagt, wenn man nicht die Stresssituation erlebt, machst du die Erfahrung nicht. Man kann auch sagen, auch bei einem selbst, wir kommen alle raus und sagen, wir sind die großen Leader und wir sind hard lost und wir können ganz toll Krisen und können sonst irgendwas. Dann sagt das Schicksal meistens, zeig mal. Dann kommt so eine Krise und dann plötzlich geht es darum, war das ein Bluff oder kann man Karten sehen, also auch sich selbst dabei zu beobachten.

Jens Alsleben: Ja.

Jörg: wie man drauf ist, wenn die eigene Ehre, wenn die eigene Existenz vielleicht, wenn die eigene Karriere, wenn die auf dem Tisch liegt und man die gleiche Integrität in seinem Verhalten anwendet wie die, die man immer von denen da oben erwartet.

Jens Alsleben: Genau. Also, das ist ja das Schöne. Da draußen sind ganz viele ... Ich sag jetzt mal ein böses Wort für einen Podcast. Darf ich das sagen? Ja, ich darf das sagen. Also, da sind viele Luftbumser da draußen. Das sind Leute, die einem in der Theorie immer erzählen, wie es geht. Aber am Ende des Tages selber nie durch diese Situation durchgelaufen sind. Die sie da mit einem Selbstverständnis an den Mann bringen wollen. Und bei uns beiden, ohne uns da jetzt auf die Schulter klopfen zu wollen, hat halt das Leben uns immer wieder so Sachen vor die Füße gekugelt, wo wir durchgehen mussten. Ob das jetzt meine Krebsdiagnose war oder deine ganzen Restrukturierungserfahrungen oder die Insolvenz von einem Portfolio-Firma, wo ich für verantwortlich war oder, oder, oder, oder, Und wir... haben alle die Erfahrung gemacht, dass wir zerbrechliche Menschen sind, mit wahnsinnig viel Gefühl, mit sehr viel Unsicherheit, mit auch Verzweiflung. Und wir haben im Laufe der Jahre dann gelernt, das anzunehmen und uns dafür nicht zu verurteilen und tatsächlich dann sukzessive auch uns in die Lage versetzt. in solchen Situationen ein Stück weit aus uns aus rauszutreten und unser Verhalten zu beobachten und damit zu kontrollieren und zu steuern. Das war aber ein Prozess, der kommt nicht über Nacht. Aber deswegen haben wir diese Anekdote, die diese Folge auch heute aufgesetzt. Man kann nicht früh genug anfangen, diesen Prozess ganz aktiv für sich zu gehen und rein zu gucken in sich selber. in solchen Situationen zu verstehen, was passiert und das dann nicht zu verurteilen, sondern zu korrigieren.

Jörg: Da habe ich noch mal eine so eine Follow-Up-Frage zu dem Thema Overachiever und wie einer, eigentlich den Anspruch an sich hat, immer ein Überleister zu sein. Was denn so die ersten Reaktionen sind. Also ich mache mal eine Mutmaßung, die, wenn man eigentlich den Anspruch hat, immer eins Art zu sein, dass es auch eine Versuchung gibt zu sagen, kann ich das nicht irgendwie wegmachen. Also dass quasi der Teil des Denials für ein Fakt gab, dass der länger dauern könnte. als der anders ist, weil man erstmal diesen Wertekonflikt mit, dass wir jetzt gerade nicht eins A bekommen. Mir geht es die eigene Reflexion, weil ich glaube, viele von denen, uns zuhören, sehr ambitionierte Menschen.

Jens Alsleben: Also da bin ich zum Glück anders sozialisiert worden. Nämlich zu meiner Unsecure-Overachiever-Art bin ich beim Militär so sozialisiert worden, dass wenn Fehler passieren, sterben Menschen. Und wenn Fehler passiert sind, gilt es nur, die Konsequenzen der Fehlleistungen zu kontrollieren. Und dazu gehört auch selbstverständlich zeitverzugslos, wie es bei Militär immer so schön heißt, den Fehler zu melden. Und insofern habe ich absolut null Denial, sondern bei mir ist es immer so, wenn ich einen Fehler mache, dann drücke ich innerlich gedanklich immer noch auf den grünen Knopf und sage, fuck up. Und dann reiße ich die Hand nach oben und sage, brauche Hilfe. damit ich die Konsequenzen einigermaßen in Schach halte und möglichst wenig Menschen sterben.

Jörg: Ich glaube, damit ist auch alles beantwortet.

Jens Alsleben: Ja, aber das ist eine gute Frage, weil es mir auch zeigt, die Reaktionen auf Fehler haben was zu tun mit deiner Erfahrung, mit deinem Leben, mit dem, was dir das Leben mitgegeben hat an Vermeidungsstrategien, an Überlebensstrategien. Und wenn du aus einer anderen Prägung kommst, nämlich ein Umfeld, wo Fehler auf keinen Fall zugegeben werden dürfen. weil es dir sofort dein Karriereende beschert, dann passieren Fehler und sie werden natürlich vertuscht. Ja, und vielleicht die Anekdote, weiß nicht, habe ich bestimmt schon mal in einer anderen Folge erzählt, das Balance the Balance Sheet Button bei der Deutschen Bank im &A. Ich habe übrigens vor einer Woche meinem Sohn, der jetzt auch im &A angefangen hat, F5 Special gezeigt auf der Tastatur. Für alle Banker da draußen, diese Funktion wird euch den Duktus eines Wunderheilers bescheren. F5 Special und dann Hard Plugins. Mit der Funktion kannst du in einer Excel-Tabelle alle Zellen highlighten, wo nur harte Zahlen drinstehen. Und das haben wir genutzt die Modelle zu checken, weil es gab immer Leute, bei denen ging die Bilanz nicht auf und dann haben die irgendwo in der Excel-Tabelle eine Zahl reingestellt und die verknüpft mit der Bilanz, damit sie aufging. Und wir sind da mit F5 Special hingegangen und haben das geheiligetet und damit den Fehler, den man versucht hat zu vertuschen, offen gelegt, damit eben keine Menschen sterben, sprich, damit dieses Modell auch tatsächlich als integriertes Modell laufen kann. Und es gibt eben Leute, die haben eine weiße Zahl auf einen weißen Hintergrund eingestellt und das verknüpft, weil sie so sozialisiert sind, dass Fehler nicht passieren dürfen und wenn sie passieren, nicht öffentlich gemacht werden dürfen, weil sie sonst negative Konsequenzen haben. Und hier sind wir wieder bei der Führung, nämlich was muss ich für ein Umfeld schaffen, damit die Leute, wenn ein Fehler passiert, die Hand heben?

Jörg: Ja und hier sind wir für die letzten Minuten vielleicht bei einer Überleitung zu dem Thema, wenn wir selber betroffen sind, aufgrund der Tatsache, dass jemand anders nicht zu dem Fakab steht. Weil dann sind wir zusätzlich ja noch in dem Dilemma, der Fuck-up ist da, der wird erkannt, wir sind diejenigen, betroffen sind dafür und dann kommt dann dazu noch ein moralisches, aber saget da nicht drüber, macht da nichts drüber, weil dann ist das ja für mich schlecht und petz nicht. Und dergleichen, das Thema kommt ja auch, wenn man sich die Frage stellen muss, ordne ich meine Integrität jetzt dem kollegialen Thema unter oder hat die Sache immer höchstes Gewicht?

Jens Alsleben: Weißt du was? Was hältst du davon, wenn wir damit gleich weitermachen in der nächsten Episode? Jetzt müsste Cliffhanger zwei Wochen darauf warten, bis es dann weitergeht. Aber ich finde das so spannend. Lass uns da mal weitermachen. Ist das okay für dich? Alles klar. Ihr Lieben. Genau. Und immer dran denken. Fehler gleich Hand hoch, gleich innerlich ruhig bleiben. Bis dann. Tschüss.

Jörg: Alles klar, dann ihr Lieben, bis zur nächsten Folge!

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