Gestalte dein Leben selbst!

Shownotes

Wie beeinflusst unsere Haltung zur Arbeit die Erwartungen unserer Kinder? Diese Frage steht im Mittelpunkt dieser Episode, in der Jens Alsleben und Jörg Weidenfeld darüber sprechen, welche Glaubenssätze wir bewusst oder unbewusst weitergeben. Während einige Eltern ihren Kindern Begeisterung für das Arbeitsleben vermitteln, prägen andere durch Klagen über Stress, schlechte Chefs oder Unsicherheiten eher Ängste und Zweifel. Welche Auswirkungen hat das langfristig – und wie können wir ein positiveres, selbstwirksames Mindset fördern?

Jens teilt persönliche Einblicke darüber, wie er seine eigene Karriere – von der Bundeswehr über das Bankwesen bis hin zur Selbstständigkeit – gestaltet hat. Seine Kinder haben dabei gelernt, dass nichts für immer ist, dass Mut zu Veränderungen belohnt wird und dass jede Erfahrung eine Chance bietet. Jörg ergänzt diese Perspektive mit dem Blick auf gesellschaftliche Prägungen: Warum glauben so viele, dass Arbeit ein notwendiges Übel ist, statt eine Möglichkeit, sich zu entfalten?

Zum Schluss gibt es eine Einladung an die Hörerinnen und Hörer: Welche Geschichten erzählt ihr zu Hause über eure Arbeit? Ermutigt ihr eure Kinder, Neues auszuprobieren und Risiken einzugehen? Oder sendet ihr – vielleicht unbewusst – Signale der Angst und Unsicherheit? Diese Folge bietet viele Denkanstöße für alle, die darüber nachdenken wollen, welche Spuren sie hinterlassen.

Bis zum nächsten Mal, haltet durch und bleibt entspannt! Euer Jens, Jörg und Gustav.


Buche jetzt einen unverbindlichen ersten Coaching-Termin mit Jörg oder Jens


Verbinde dich mit uns:


Quellen:

Transkript anzeigen

00:00:03: Jens Alsleben Der Säbelzahntiger. Ein Podcast von und mit.

00:00:08: Jörg Weidenfeld Jörg Weidenfeld und.

00:00:09: Jens Alsleben Jens Alsleben.

00:00:14: Jörg Weidenfeld Jens Heute habe ich ein ganz besonderes Thema mitgebracht. Und zwar, was die Eltern ihren Kindern eigentlich vorleben darüber, wie das Arbeitsleben ist und worauf sich die Kinder freuen dürfen oder gerade nicht freuen dürfen. In Anlehnung dessen, was sie von ihren Eltern beobachten. Also erlaubt mir mal zwei, zwei Minuten kurzes Ausholen. Ich habe ja schulpflichtige Kinder, die mittendrin sind. Und da erlebt man natürlich auch viele Eltern in Elternabenden, in entsprechenden Tag der offenen Tür und dergleichen. Man kriegt diese Elterngespräche mit. Nun bin ich Unternehmer und gehe in meinem Beruf auf. Das heißt also, meine Kinder hören von mir sehr viel Begeisterung, sehr viel Selbstwirksamkeit und auch sehr viel Freude und Abenteuerlust an den Dingen, die man so gestalten kann. Also ich hatte immer ein sehr, sehr gutes Verhältnis zu meiner Arbeitswelt und dementsprechend sehe ich, dass meine Kinder sich freuen auf das Arbeitsleben und sich viel Gedanken darüber machen, wie sie denn da wirken können. Ich erlebe aber viel zu oft und da siehst du auch in der breiten gesellschaftlichen Diskussion, dass wie der Mainstream sozusagen nach Hause kommt, mit einer Beschwerde über den Chef, eine Beschwerde über die Kollegen, dass das Geld nicht reicht, Angst vor dem Arbeitsplatzverlust und all die Dinge, die dazugehören.

00:01:42: Jörg Weidenfeld So, und dass das, was das hat bei mir ausgelöst die Frage mit welcher Erwartungshaltung? Also was erzählen wir den Kindern, wie groß gesellschaftlich über was sie zu erwarten haben vom Erwachsenenleben? Ich kann mich noch daran erinnern, als was? Als meine Schulzeit dran war. Das sind auch so Reaktionen kamen wie Ja, Schule findet sie jetzt scheiße. Ja, warte mal ab, das ist noch alles easy peasy im Vergleich zu dem, was dann kommt, wenn später der Ernst des Lebens kommt. So, wie hast du das erlebt?

00:02:17: Jens Alsleben Also wir sind ja da. Voll im Priming sozusagen. Also nach dem Motto was pflanze ich den eigentlich ins Hirn und mit welchen Antreibern gehen die dann durchs Leben? Was für Glaubenssätze haben die als auch Antreiber? Wie war das bei mir? Ja, das ist ganz spannend, da muss ich echt drüber nachdenken. Ich sag mal so ich habe selber relativ frühzeitig gemerkt, weil ich ja was sehr Sinnstiftendes gemacht habe, nämlich ich war, ja, bin ja angefangen nach der nach der Schulzeit bei der Bundeswehr im Rahmen einer Offizierausbildung. Da habe ich ja etwas Größerem gedient als mir selbst. Und ich habe dann auch ich habe für mich dann verinnerlicht Arbeiten muss keinen Spaß machen, weil Arbeit muss gemacht werden. Ja. Wenn ich im Wald in der Stellung war oder ich musste mich in der tiefsten Gangart durchs Feld bewegen. Das war ja nicht immer lustig, aber es diente natürlich dem höheren Zweck. So was habe ich dann davon weitergegeben. Meinen Kindern. Ich glaube, ich habe vielleicht auch unbewusst den Kindern immer klargemacht Also es gibt kein Jammern.

00:03:35: Jens Alsleben Also so ein Spruch bei uns, Egal wie die Situation ist, sie ist nur vorübergehend Und solange es die Situation auch erfordert, muss man die Sachen auch manchmal aushalten. Und wir haben dann immer viel geredet und versucht die Situation auch aufzulösen. Also vielleicht habe ich damals schon unbewusst immer den den Jungs klar gemacht. Es ist ja die Art und Weise, wie du da drauf guckst und die Art und Weise, wie du auf die Themen guckst, bestimmt, wie du damit umgehst. Und ich habe eben trotz der hohen Arbeitsbelastung und trotz auch teilweise Führungs schmerz, den ich erlitten habe, zu Hause eben nie gejammert. Also ich kam nie nach Hause und habe gesagt die blöden Kollegen, der blöde Chef usw sondern ich habe immer nur reflektiert, Was bedeutet das jetzt eigentlich, was ich gerade erlebe für mich und für mein weiteres Handeln und Haben? Und die und die Jungs haben das mitgekriegt, die haben auch mitgekriegt, ich habe sechs verschiedene Berufe gehabt, vom Soldaten über Banker, über den Software CFO, über den Hedgefondsmanager, über Private Equity bis hin zum Coach.

00:04:49: Jens Alsleben Die haben mitgekriegt, dass ich Gestalter bin. Meines Lebens. Und dass nichts für immer ist. Das ist ein Spruch, den wir gesagt haben ist Fang einfach mal mit etwas an, wo du momentan sagst Da habe ich am meisten Bock drauf. Das finde ich so richtig interessant und richtig spaßig, weil damit änderst du definitiv nicht. Es ist völlig egal. Du musst keine Entscheidung treffen, die fürs Leben richtig sein muss. Du musst einfach mal mit etwas anfangen, wo du sagst im Moment habe ich da am meisten Lust drauf. Und dann geht es immer darum, dass ich gesagt habe Das Leben bietet dir Möglichkeiten und du musst diese Opportunitäten erkennen und diese Opportunitäten dann auch folgen. Ja, und dafür musste die Augen und die Ohren offen halten. Und dafür musst du offen sein für Neues. Und du darfst keine Angst haben, was Neues anzugehen, auch wenn du noch nicht weißt, wo dich das hinführt. So, und das und das, glaube ich, hat ganz gut gefruchtet. Das hatte nichts zu tun mit meiner Sozialisierung, sondern es hatte was zu tun mit meinen Erfahrungen in meinem Leben, die die Erfahrungen, die ich gemacht habe, im Elternhaus war.

00:06:04: Jens Alsleben Klassisch traditionell. Meine Eltern haben schon absolute Probleme gekriegt, als sie gehört haben, dass ich die Bundeswehr verlasse. Und als ich dann noch gesagt habe, ich kündige bei der Deutschen Bank, dann hatten die zwei Tage Schluckbeschwerden. Ja, also danach konnte ich mich nicht ausrichten.

00:06:23: Jörg Weidenfeld So spannend. Ich möchte noch mal auf die Säbelzahntiger eingehen. Ähm, die wurde im Austausch mit deinen Kindern schon sozusagen eine Umgangsbotschaft mit hattest. Also wenn ich jetzt mal den letzten nehme mit fang mit etwas an, sozusagen der Säbelzahntiger. Habe keine Angst davor, dass irgendwann mal vielleicht. Also solange es klappt, ist gut. Und wenn du merkst, es klappt nicht mehr, erfüllt dich nicht mehr. Habe keine Angst vor einem Richtungswechsel. Genau so ist der erste. Du bist also nicht Opfer der beruflichen Entwicklung. Du bist nicht Opfer. Ob dein Chef dir was gönnt, sondern es ist eine große Botschaft der Selbstwirksamkeit.

00:07:13: Jens Alsleben Ja, und Schmerz vergeht ja auch da. Jede Situation, sei sie noch so unangenehm, ist nur zeitlich begrenzt. Nicht nur das du selber auch entscheiden kannst. Also Beispiel mein mein Großer, ich hoffe ich darf das hier sagen, aber mein Großer, der hat gekündigt vor ein paar Monaten ohne was neues zu haben, weil er für sich reflektiert hat. Das tut mir nicht gut. Und er hatte die totale Sicherheit, dass irgendwann Wann irgendetwas kommen wird. So und kurz nachdem er gekündigt hat, stellte sich dann eine völlig neue Opportunität ein, die ihn auf einem völlig anderen Pfad bringt, mit dem er nicht ansatzweise gerechnet hat. Worüber er noch nicht mal nachgedacht hat. Wo? Wo? Aber wie selbstverständlich klar war, dass er genau diesen Weg gehen muss. Und deswegen hat er jetzt schon wieder für sich verstanden. Ja, folg deinem Gefühl und dann ergeben sich die Dinge. Wenn eine Tür sich schließt, dann gehen andere zehn andere auf, dann kommen wieder Dinge. Also keine Angst haben, dass die Entscheidung dazu führen wird, dass nie wieder irgendwas Positives passiert in deinem Leben.

00:08:32: Jens Alsleben Also Vertrauen.

00:08:34: Jörg Weidenfeld Super. Jetzt möchte ich mal für die Hörer nochmal irgendwie unterstreichen, wie viele geile Glaubenssätze in dieser Ansage drin sind. Darüber, wie man entspannt auch dem Ungewissen begegnen kann und dieses vermitteln. Also dass deine Lebenserfahrung sozusagen Glaubenssätze, die erlaubt, Glaubenssätze zu vermitteln, wo die Kinder sagen können das ist gar nicht schlimm, wenn das ungewiss ist. Die eine Tür geht zu, die andere geht auf. Es geht immer weiter. Alles Leiden ist temporär. Es gibt das große Drama nicht. Denn, und das ist jetzt einmal auch ein bisschen der Aufruf an die, an unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, mal drüber nachzudenken, welche Botschaften ihr zu Hause sendet. Was erzählt ihr zu Hause vom Arbeitsleben? Als Diese Woche war ich bei einem Unternehmerkollegen abends eingehalten wurde, der ganz klar sagte Also unsere Kinder werden niemals Unternehmer, so sehr wie wir abkotzen über unseren Laden. Ja so, das fassen die im Leben nicht an, ja. Also sehr reflektiert über dieses Es ist jetzt auch gar keine Sache von wegen Arbeitnehmer, nicht Arbeitnehmer und dergleichen, sondern das geht über alle Dinge weg zu fragen mit den Storys, die ihr zu Hause erzählt.

00:09:50: Jörg Weidenfeld Welche Erwartungshaltung, welche Glaubenssätze projiziert ihr oder pflanzt ihr in die Geister eurer Kinder? Würden die auf Basis dessen, was die von euch hören, Anlass dazu haben, sich aufs Erwachsenenleben zu freuen? Fühlen die sich selbstwirksam? Fühlen die sich in wie soll man sagen, also als auf dem Fahrersitz, in der Gestaltung ihres Lebens? Oder haben die eher Ängste von Hoffentlich finde ich einen netten Chef, Hoffentlich finde ich einen guten Job und hoffentlich reicht das genug und hoffentlich wird das Geld nicht knapp. Und so weiter und so fort mit den Ängsten, die präsentiert werden, denn sie sind auch sehr omnipräsent in wie soll man sagen, in Nachrichten. Es sind ja Ängste, die gesellschaftstauglich sind.

00:10:35: Jens Alsleben Also jetzt wo du das so sagst, ich meine was, was richtig cool ist. Man kriegt das ja immer wieder gespiegelt. Sein Erziehungsstil bei den Kindern. Und als ich mich dann mit dem Gedanken getragen habe, aus dem Private Equity rauszugehen und mich selbstständig zu machen und ich wusste okay, ich habe da natürlich auf der einen Seite Sicherheit und auf der anderen Seite Unsicherheit und da habe ich Gewohnheit und Erfahrung und da bin ich Newbie on the Block. Da waren es meine Kinder, die gesagt haben Probier es doch einfach aus. Mach doch das, was du jetzt für dich momentan richtig findest und probiere es doch einfach aus. Du weißt doch selber, auch wenn es nicht für ewig ist, es ist auf jeden Fall für irgendwas gut und du nimmst da wieder eine Erfahrung mit, die dich dann wieder weiterbringt. Und dann dachte ich so Ja, richtig, ja. Und die sagten halt immer Also bei uns geht es immer um heuchlerische Erziehungsmethoden. Und da sind die Jungs total drauf trainiert. Wahrscheinlich alle Kinder dieser Welt. Wenn du If you don't walk the talk, dann gehen die hin und spiegeln dir das, respektive die ermuntern dich, das zu tun, wovon du redest.

00:11:58: Jens Alsleben Und das hat mir dann auch wieder die Kraft gegeben, genau das zu tun und eben nicht der Kauer zu sein, der besser in seinem komfortablen Elend verharrt, als mutig den nächsten Schritt zu gehen.

00:12:11: Jörg Weidenfeld Und auf dem Rücken dessen gibt es eine interessante Inverse. Wenn ich die Menschen, die ich schon mal im Coaching habe, wenn ich die so abkotzen über ihren Job und eigentlich überleben die diese, die die Story erzählen. Ja, wenn ich die dann frage. Ich sag, wenn einer deiner Kinder in deiner Lebenssituation wäre, was würdest du dir wünschen, wie die damit umgehen? Dann hauen die eigentlich genau das raus, was du gerade sagst. Die sagen Ey, Handy, such dir was anderes, mach das. Folge deinem Glück usw und sagen kann. Meinst du nicht, dass wenn du das vorleben würdest, dass das irgendwie ein toller Beitrag dazu wäre, sicherzustellen, dass deine Kinder das dann auch machen? Wir haben das so eingebrannt. Dieses ich muss mich jetzt dadurch disziplinieren, damit es meine Kinder mal besser haben als ich leide für die Kinder oder sonst was und ignorieren dabei, dass dieses Vorleben am wahrscheinlichsten dazu führt, dass die Kinder die Glaubenssätze annehmen, dass auch sie was aushalten und durchhalten müssen. Dieses ganze Thema Work Life Balance ist ja sowas, dass ich ja die Arbeitszeit, was der größte Teil meines bewusst erlebten Tages ist, nicht als Lebenszeit anerkenne.

00:13:23: Jens Alsleben Ja, dass ich meine, weißt du, wir müssen natürlich immer wieder auch berücksichtigen, wir können hier großen Dummschnacken, die Leute da draußen, die Hörer denken sicherlich Ja, was will der eigentlich? Der eine ist Sanierer, sehr erfolgreich. Der andere ist Private Equity Guy, Den wächst die Kohle zu den Ohren raus und die haben leicht schnacken. Ich Ich glaube, dass es natürlich viele Leute gibt. Die brauchen das Einkommen da draußen, was sie erwirtschaften, um überhaupt über den Monat zu kommen. Ja, und daraus entwickelt sich natürlich auch irgendwo der Glaubenssatz, dass wenn ich da raus gehe, ich dann alles verliere, was meine Existenz sichert. Und ich will dann nochmal auf diesen auf den einen Punkt eingehen, dass mir glaube ich ganz wichtig, was man in die Kinder einpflanzen. Ich habe mehrere Berufswechsel gehabt, die einhergingen mit echtem Verlust von Einkommen. Als ich bei der Deutschen Bank weggegangen bin in die Selbstständigkeit. Das erste Mal habe ich 60 % meines Einkommens verloren, von einem Tag auf dem anderen und ich habe gleichzeitig auch noch ein Haus gebaut, habe mir also noch Kredit auf den Buckel geladen und meine, meine Familie und ich, wir konnten eben nicht mehr ins Restaurant gehen.

00:14:48: Jens Alsleben Wir konnten nicht mehr in Urlaub fahren und ich konnte viele Dinge nicht mehr machen, die für mich völlig klar waren. Und ich hatte tatsächlich auch die Sorge, weil ich auch eine entsprechend lange Probezeit hatte, dass da irgendwie was passiert. Dann bin ich später in Frankfurt, als ich da gekündigt habe, nach Hamburg gekommen bin, Da war es im Endeffekt wieder ähnlich. Als ich dann von Hamburg weg bin und also hier von meinem Private Equity Fonds in die Selbstständigkeit. Das zweite Mal, da war es wieder so, da hatte ich Einkommenssicherheit von Null und ich habe Glaubenssatz, also ich bin Existenzängste. Ich das habe ich geerbt, epigenetisch durch das Kriegstrauma meiner Eltern. Und für mich war das angstbesessen in eine nicht sichere Anstellung zu gehen und es hat mich sehr viel Überwindung gekostet, das dann trotzdem zu tun. Die Erfahrung aber ist, dass ich mit jedem Mal, wo ich diese Dinge gemacht habe, festgestellt habe Das Geld kommt immer irgendwoher und es führt dich eben nicht in die Existenzlosigkeit und es bringt dir einen Erfahrungshorizont. Der ist so wichtig für das, was danach kam, dass du dich dann anfängst auch abzuheben gegen andere Leute, die in ihrem komfortablen Elend verharren.

00:16:10: Jens Alsleben Und in der heutigen Zeit ist die Anpassungsfähigkeit der super Skill der Zukunft. Wir können nicht mehr davon ausgehen, dass das, was wir heute einmal anfangen, auch das ist, womit wir in Rente gehen. Sondern wir müssen anpassungsfähig sein. Wir müssen auch Zeiten in Kauf nehmen, wo es unter Umständen nicht immer nur nach oben geht. Aber dieses nach unten gehen ist nichts anderes als Anlauf nehmen für das nächste Mal, wo es dann wieder deutlich nach oben gehen wird. Und diese, diese, diesen Glauben daran, dass man das hinkriegt und dass es nicht das Ende ist, wenn man sich vermeintlich verschlechtert, sondern es ist eine Notwendigkeit hat, um sich danach wieder deutlich verbessern zu können. Das haben meine Jungs mitgenommen, das habe ich mittlerweile auch von mir verstanden und das ist das, was ich gerne nach außen geben wollen würde.

00:17:04: Jörg Weidenfeld Dazu ergänzend möchte ich noch mal auf die Währung Lebenszeit eingehen. Es ist ja auch eine Sache, die wir uns bewusst machen sollten ist, dass keiner kommt aus dieser Nummer lebend raus. Also das Leben ist eine sexuell übertragbare, tödliche Krankheit. So kommt keiner. Hier kommt keiner lebend raus. Das heißt, wir haben ein Geschenk gekriegt in dieser Lebenszeit, die wir erfahrungsreich gestalten dürfen und sollen. Das ist die Aufgabe, die jeder muss und keiner weiß, wann es vorbei ist. Ich habe weiß Gott in meiner Familie schon viele Menschen vor ihrer Zeit beerdigen müssen, um zu wissen, wann der Stecker gezogen wird, weiß keiner. Und das, ich sag jetzt mal das das tugendhafte Aushalten von Lebensumständen, die scheiße sind bei einer endlichen Lebenszeit.

00:18:02: Jens Alsleben Ja.

00:18:03: Jörg Weidenfeld Ist eigentlich so zu sagen es ist wie eine Todsünde. Ja, weil man merkt, wenn man jemandem begegnet, dessen Lebenszeit plötzlich angezählt ist, wie wertvoll das ist und was das eigentlich für eine Sünde ist, im Vollbesitz der geistigen Kräfte ein Leben fortzusetzen, was einem jeden Tag auf den Wecker geht.

00:18:25: Jens Alsleben Also da kann ich ja sorry, Kleine Anekdote Als ich meine Krebsdiagnose bekommen habe, habe ich mich in dem Rahmen irgendwann mal gefragt Wie gucken eigentlich meine Kinder aufs Leben perspektivisch, die ja so viel jünger sind und gesünder sind als ich? Und warum sollte ich eigentlich anders aufs Leben gucken, nur weil ich älter bin? Und dann habe ich. In diesem ganzen Emotionschaos habe ich dann für mich die 100.000 Stunden Strategie entwickelt. Ich habe gesagt, ich möchte gerne noch 30 Jahre arbeiten. Weil Arbeiten ist ja Leben ist ja neues Lernen. Neue Leute lernen ist Lebendigkeit für mich. Und dann habe ich gesagt okay, 30 Jahre mal runtergebrochen auf meinen normalen Arbeitsrhythmus, das sind 100.000 Stunden und ich kann noch 100.000 Stunden Dinge anfangen, Dinge beenden, Fehler machen, aus Fehlern lernen, mich neu erfinden, neue Dinge ausprobieren ist völlig wumpe. Ich habe noch 100.000 Stunden Zeit und versuche mich seitdem eben von meinen Lebensjahren abzukoppeln, sondern ich gehe. Ich gehe auf meine 100.000 Stunden sind jetzt nicht mehr. 100.000 Stunden sind jetzt entsprechend zweieinhalb Jahre weniger.

00:19:57: Jens Alsleben Aber das hat mir so viel auch Vorwärtsenergie gegeben und auch Klarheit, dass ich ja gestalten kann und dass ich auch nicht Sorge haben muss, dass der nächste Schritt vielleicht nicht sitzt, weil ich kann da noch ganz, ganz viele andere Schritte gehen, die mich in eine andere Richtung bringen, die dann vielleicht für mich viel besser passt. Hm.

00:20:21: Jörg Weidenfeld Wundervoll. Dann sag mal, Defizit. Für die letzten paar Sekunden unserer Episode hätte ich dann gerne noch den Aufruf an unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, vielleicht einmal eine Bestandsaufnahme zu machen über das, was ihr zu Hause erzählt, über eure Arbeit. Wenn es so ist, dass der Gang zur Arbeit wirklich eigentlich ein leidvoller Weg ist und man sich viel mehr aufs Wochenende freut als auf den Freitag oder auf den Samstag freut als auf den Montag. Vielleicht im Interesse der Kinder noch mal den Versuch zu unternehmen, ob es nicht vielleicht noch eine coolere Lösung gibt, als das weiter zu machen, was da ist. Weil ich glaube, damit würden wir ein großes Muster unterbrechen und wir würden sicherlich viel, viel, also unseren Kindern viel Gutes tun, die heute vielleicht vorm Schulabschluss stehen und sich die Frage stellen Wie möchte ich mein Leben gestalten?

00:21:14: Jens Alsleben Unbedingt. Bringt ihm bei, dass sie sich an Neues zu gewöhnen. Ein Skill ist Spaß macht und keine Schmerzen verursacht, sondern einen nur stärkt. Und dann bis zum nächsten Mal. Beim nächsten Mal. Da sprechen wir über das Thema Mut und Kreativität. Wir freuen uns auf euch. Wie immer, wenn es euch gefallen hat. Liken, teilen, kommentieren und gerne auch Gustav den Blog Morgendialog mit Anna abonnieren, uns auf LinkedIn folgen, unseren Newsletter lesen und sich mit uns austauschen. Wenn ihr Themen habt, die euch interessieren, dann lasst uns das wissen. Schickt uns eine Nachricht, Wir freuen uns auf euch. Und denkt dran, habt euren Säbelzahntiger lieb. Er kann auch nichts dafür.

00:22:07: Jörg Weidenfeld Und wenn irgendeiner von euch eine Super Säbelzahntiger Story im eigenen Unternehmen erlebt, seid ihr herzlich willkommen, die uns zuzusenden, mit uns in Kontakt zu treten. Und vielleicht machen wir mal eine Episode gemeinsam. Weil ich glaube ein paar erfolgreiche Kriegsgeschichten im sinnvollen Kampf gegen den Säbelzahntiger oder in dessen Zähmung. Besser gesagt freuen uns natürlich sehr darüber, die mit euch zu teilen, weil ich glaube, dass die auch jeden anderen Hörer sehr ermutigt, auch immer jeden einzelnen Säbelzahntiger nacheinander zu zähmen, so dass sie Stück für Stück immer weniger werden.

00:22:43: Jens Alsleben Genau. Und wenn euch das Ganze gefällt, dann bitte kommentieren, liken, teilen. Und ja, verbreitet den Säbelzahntiger und vielleicht helfen wir uns dann gegenseitig auch ein Stück weit dabei, die eigenen Säbelzahntiger aufzulösen. Bis zum nächsten Mal. Macht's gut, Euer Jens und Jörg.

00:23:03: Jörg Weidenfeld Arrivederci!

00:23:04: Jens Alsleben Arrivederci, ciao ciao.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.