Wie du aus der Bewertungsfalle aussteigst und gelassen bleibst

Shownotes

Unsere Welt ist nicht so, wie sie ist – sondern so, wie wir sie bewerten. In dieser Episode nehmen Jens Alsleben und Jörg Weidenfeld ein alltägliches, aber oft übersehenes Phänomen unter die Lupe: den Einfluss unserer Bewertungen auf unser Denken, Fühlen und Handeln.

Warum neigen wir dazu, Situationen vorschnell zu interpretieren, anstatt sie einfach nur zu beobachten? Mit treffenden Beispielen und klaren Analysen zeigen die beiden, wie unbewusste Bewertungen nicht nur Stress erzeugen, sondern auch unsere Kommunikation und Zusammenarbeit erschweren können.

Ein zentrales Thema: Der Unterschied zwischen Bewertung und Beobachtung. Während die eine oft auf alten Erfahrungen basiert und Emotionen verstärkt, eröffnet die andere neue Perspektiven und Handlungsspielräume. Wie Führungskräfte ihre Reaktionen bewusst steuern können und warum Reflexion der Schlüssel zu besseren Entscheidungen ist, erfahren Sie in dieser Episode.

Besonders spannend: Welche Rolle psychologische Sicherheit in Teams spielt und wie bewusster Umgang mit Bewertungen zu weniger Konflikten und mehr Klarheit führt. Jens und Jörg zeigen, wie man sich aus der Bewertungsfalle befreit – und den eigenen Säbelzahntiger zähmt.

Zum Abschluss gibt es praxisnahe Impulse, um bewusster mit eigenen Wahrnehmungen umzugehen, Stress zu reduzieren und souveräner zu kommunizieren. Hör rein!

Bis zum nächsten Mal, haltet durch und bleibt entspannt! Euer Jens, Jörg und Gustav.


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00:00:03: Jens Alsleben Der Säbelzahntiger. Ein Podcast von und mit.

00:00:08: Jörg Weidenfeld Jörg Weidenfeld

00:00:09: Jens Alsleben und Jens Alsleben.

00:00:14: Jörg Weidenfeld Halli hallo und herzlich willkommen zu unserer neuen Episode des Säbelzahntigers. Heute sprechen wir über das Thema Bewertung. Ihr habt bestimmt schon mal den Spruch gehört. Dass die Welt nicht so ist, wie sie ist, sondern die Welt ist so, wie du bist. Und dass jeder Mensch, der in unserem Leben ist, seine ganz eigene Version für uns ist. So wie dieser Mensch für uns ist, ist er für niemanden. Ebenso gilt das für jede Situation. Und heute sprechen wir über die Bewertung und wie sehr unsere Bewertung einer Situation ausschlaggebend dafür ist, wie wir damit umgehen, wie viel Stress sie für uns verursacht und vor allen Dingen, wo wir die Heilung finden. Jens Hast du sowas schon mal erlebt?

00:01:02: Jens Alsleben Frag mich lieber, ob ich mich an Momente erinnern kann, wo ich sowas nicht erlebt habe. Denn das ist ja was, was automatisch abläuft Intuitiv. Da musst du schon Hardcore Selbstreflector sein, um dann zu merken, dass du gerade in der Bewertung bist. Kurz innehalten, tief durchatmen und sagen Nein, ich will nur beobachten. Das passiert auch immer. Ich hatte zum Beispiel letzte Woche eine Situation, da habe ich über viele Wochen Vorgespräche geführt mit jemandem und wir waren uns einig, dass wir da auf der gleichen Wellenlänge unterwegs sind. Und dann kam eine dritte Partei damit ins Spiel und haben überlegt, was zusammen zu machen blabla. Und dann kriegte ich letzte Woche eine Nachricht, Wo bestimmte Dinge also zum Fakt gemacht wurden sind also nach dem Motto okay, so wird es jetzt gemacht und so habe ich das jetzt besprochen und da stellt sich also raus, dass der eine mit dem anderen was gesprochen hat und ich nicht involviert war, obwohl ich Betroffener bin. Und dass das nicht zu bewerten war schlichtweg unmöglich. Warum? Weil meine ganze Scheißarbeitsvergangenheit davon geprägt war, sicherzustellen, dass nicht irgendwelche andere über deinen Kopf hinweg irgendwas entscheiden, was einen Einfluss hat auf dich und dann unter Umständen meine Freiheit der Entscheidung weg ist.

00:02:50: Jens Alsleben So, jetzt konnte also dieser arme Kerl überhaupt nicht fassen, warum ich dann wie ein Zäpfchen. Nein, ich habe war ein bisschen ruhiger. Ich bin ja auch reflektiert, reflektiert. Aber warum ich ihm klar gesagt habe, dass das ein absolutes No go ist? Ja, als hätte ich nicht bewertet. Dann wäre ich wahrscheinlich anders auf ihn zurückgegangen. Dann hätte ich erstmal versucht zu verstehen und ihn nicht gleich damit zu konfrontieren, dass die Art und Weise, mit mir so zu verfahren, nicht geht. Und da hat er eine Linie überschritten und bla bla. Ja so und die Folge war durch diese Bewertung und mein Handeln, so nach dem Motto ich muss dem da eine Grenze ziehen, war er natürlich konsterniert und hat sich erstmal zurückgezogen und hat gesagt okay, also was ist das denn jetzt da? Da muss ich mich jetzt erstmal schütteln, weil so will ich nicht zusammenarbeiten. Wenn du mich gleich so anblafft. So, das heißt also durch die Art und Weise, dass ich was bewertet habe und dann in die Handlung gekommen bin, habe ich was ausgelöst, was ich gar nicht auslösen wollte.

00:03:58: Jens Alsleben Und er wusste gar nicht, warum.

00:04:00: Jörg Weidenfeld Ja, jetzt gebe ich eine spannende. Genau jetzt gebe ich mir eine spannende Beobachtung, weil Deine Bewertung der Situation hast du ja explizit nicht geteilt. Wie war denn deine Bewertung der Situation? Was war denn deine Bewertung?

00:04:12: Jens Alsleben Meine Bewertung war, dass da etwas für mich entschieden wurde, was ich a nicht will und b der Prozess der Entscheidungsfindung. Mit dem bin ich überhaupt nicht einverstanden und hat mich übergangen. Ich fühlte mich übersehen. Ich fühlte mich nicht wertgeschätzt. Ich fühlte mich an den Rand gedrängt und ich hatte das Gefühl, dass es sich unfair, dass das da unfair gespielt wird. Und ich habe.

00:04:47: Jörg Weidenfeld Eigentlich vorsätzlich oder versehentlich.

00:04:51: Jens Alsleben Das habe ich in die Bewertung gar nicht einfließen lassen. Das war mir, das war mir in dem Moment tatsächlich gar nicht so vordringlich wichtig, als mir die Tatsache, dass ich mich unfair behandelt gefühlt habe und ich dann auch gesagt habe im Gespräch mir ist überhaupt nicht. Mir ist überhaupt nicht wichtig, ob das mit Vorsatz war oder nicht. Die Tatsache alleine, dass das passiert ist, das reicht schon. Ja, und dann ist es aber auch so, dass ich jetzt im nächsten Schritt wir haben uns dann noch mal zusammengerufen, jeder bilateral mit dem anderen. Und jetzt habe ich auch gesagt okay, ich werde nächste Woche dir in aller Ruhe erklären, was in mir vorgegangen ist, damit du verstehen kannst, warum ich zu dieser Bewertung und dann zu dieser in Anführungszeichen übersprungshandlung gekommen bin. Weil ich natürlich verstanden habe, er kann das gar nicht für sich richtig bewerten, sozusagen, weil er den Kontext nicht kennt.

00:05:56: Jörg Weidenfeld Total spannend, aber er hat eine Bewertung vorgenommen, weil er hat ja reagiert. Ja, ja, na klar, in seine Bewertung. Was denn bewertet? Was war denn das Ergebnis seiner Bewertung? Was hast du denn wahrgenommen?

00:06:07: Jens Alsleben Naja, also ich rausgehört habe ich. So lasse ich mit mir nicht reden. Ja, so und das hat natürlich auch wieder was zu tun mit seiner Erfahrung. Und so ist er, dieser Ringelpietz mit Anfassen. Wir drehen uns da im Kreis und solange wir nicht tatsächlich hingehen und uns erklären, warum wir was wie bewerten und was das dann letztendlich zur Folge hat, können wir das auch nicht mehr auflösen. Wir müssen ins Verstehen kommen, damit wir uns gegenseitig wieder öffnen und wieder vertrauen können. Dass es eben, dass die Aktion nicht gegen mich und meine Sicherheit und meine Perspektive gerichtet war, der Säbelzahntiger, sondern dass es eben für mich nicht gefährlich war und ich das alles bei dem anderen lassen kann.

00:06:57: Jörg Weidenfeld Mhm. Super. Lass uns doch mal, weil die Hörer jetzt auch alle dieses Beispiel so gut in Erinnerung haben, mal den Versuch einer Revision unternehmen. Weil wir stellen hier die kesse Behauptung auf, dass die Heilung in einer alternativen Bewertung liegt, als die, die wir sonst betreiben. So, wir gehen jetzt noch mal zurück und stellen uns vor, wir sind vor dem Gespräch Verstandes oder vor dem Vorfall, ne? Vielleicht magst du mal überlegen, wie denn jetzt eine heilende oder eine heilsame, heilsame Umgang mit dem gleichen Vorfall hätte sein können.

00:07:28: Jens Alsleben Von allen Seiten.

00:07:30: Jörg Weidenfeld Von allen Seiten. Fangen wir an, alle.

00:07:31: Jens Alsleben Wenn alle perfekt, Wenn alle perfekt wären, wenn alle perfekt wären, dann drehen wir mal die uhr ein paar Wochen zurück. Da gab es dann ein sehr gutes Meeting zu dritt und in diesem Meeting hätten wir uns abschließend Regeln gegeben, dass wir für das weitere Vorgehen Grundsätzlich nur Ideen in den Raum werfen. Aber wichtig ist, dass bei der Ausformulierung der Ideen, wie wir zusammenarbeiten, immer alle drei mit im Raum sitzen müssen und es eben keine bilateralen Absprachen gibt, weil es unter Umständen eben wichtig ist, sicherzustellen, dass sich alle fair behandelt fühlen. Das hätte ich jetzt, mit dem Fairness extrem wichtig ist, hätte ich sagen können okay, Jungs. Mir ist wichtig, dass wir zukünftig sicherstellen, dass wir alle gleich gleichen Anteil haben, an was auch immer. Sei es die Entwicklung von Ideen, sei es Ausgestaltung von irgendwelchen Formaten hin und her. Dann hätte der andere sagen können Und mir ist wichtig für die Beziehungspflege sozusagen, dass wir immer freundlich miteinander umgehen und dass wir hier keine und dass wir uns offen halten für auch die Ideen des anderen.

00:08:57: Jens Alsleben Sondern so wären wir auseinandergegangen. Und dann wäre in dem Zwischengespräch der anderen beiden wäre dann als Ergebnis rausgekommen okay, wir haben uns unsere Gedanken geteilt. Wichtig ist jetzt, damit der Jens sich nicht unfair behandelt fühlt, dass wir ihn jetzt mit rein nehmen und mit ihm mal das das besprechen, was wir hier gerade als Gedankenmodell aufgeführt aufgezeichnet haben. Und dann wäre ich da reingekommen. Es hätte noch kein Ergebnis gegeben, es hätte noch keine Anforderungen gegeben. Ich hätte das Gefühl gehabt, ich wäre Beteiligter und nicht Betroffener. Und ich hätte dann für mich das Ganze als als ich sag mal freundlicher Akt als kollaborativer Vorgang bewerten können. Und wer gar nicht in die. In die, in den Kampfmodus. Du kennst es ja. Säbelzahntiger. Dann gibt es nur Kampf, Flucht, Erstarrung, Totstellen. Ich habe mich nicht totgestellt. Ich habe mich. Ich bin nicht erstarrt. Ich bin nicht geflüchtet, sondern habe ich gekämpft, indem ich Position gehalten und ihn angeblafft habe. Das wäre nicht nicht passiert.

00:10:10: Jörg Weidenfeld Wenn ich hier jetzt mal ein bisschen herausfordern darf an der Stelle. Jetzt hast du quasi die Situation, den Strang so modelliert, wie der für dich super gewesen wäre, ohne dass deine Komfortzone in irgendeiner Situation je herausgefordert wurde. So, jetzt gibt es aber die Situationen, wo die Herausforderung einfach da ist. Das heißt, ich würde jetzt eine Situation modellieren und sagen dieses Meeting, die Vereinbarung getroffen hat, gab es gar nicht. Also die Vereinbarung wurde nicht getroffen und wir fangen mal an von dem Punkt, wo jemand tatsächlich deine Knöpfe gedrückt hat. Also, du hast gerade erfahren, dass die Leute dich nicht mit eingebunden haben und es hat Auswirkungen auf dich. Jetzt gerade in dem Moment, wo du eigentlich denen an die Gurgel willst. Ja, gehen wir da noch mal hin und ab da.

00:10:50: Jens Alsleben Also ich sage mal in der in der Meditation sozusagen Open Monitoring gehe ich natürlich hin und horche erstmal in mich rein und sage okay, was habe ich für Empfindungen, was habe ich für Gefühle, was habe ich für Gedanken und wie beeinflussen die drei sich gegenseitig? Ja und hätte ich festgestellt, okay, da ist erstmal das Gefühl Verrat Unfairness. Das wäre dann ein klassisches Druck auf der Brust Gefühl Bei mir ja und auch ein Stück weit Verengung im Hals, so als wollte ich irgendwas sagen, aber ich muss unterdrücken. Dann wären dann natürlich die Gedanken losgetreten worden. Okay. Was passiert da gerade? Was Machen die. Was ich nicht wissen soll. Was spielen die für ein Spiel? Das hätte dann natürlich wieder eine Emotion ausgelöst und ich hätte aber als Beobachter einfach nur beobachtet. Ich hätte dann da drauf geguckt und gesagt okay, ja, das macht dich wütend, das schnürt dir den Hals zu. Das ist ein das ist okay. Aber ich hätte dann natürlich auch irgendwo reflektieren können und sagen können Ist es tatsächlich so was?

00:12:24: Jens Alsleben Was muss ich eigentlich noch wissen, um überhaupt zu dem Ergebnis zu kommen, dass es wirklich so ist? Und dann werde ich aus dieser Selbstbeobachtung rausgekommen, hat gesagt okay, ich muss da jetzt noch mal nachfragen. Völlig emotionslos, völlig cool. Nach dem Motto Wie ist denn das gemeint? Sind die Punkte, die ich hier so so sehe, sind die schon entschieden Und wenn ja, was war euer Gedanke dabei? Dass mit mir nicht im Vorfeld zu teilen. Und dann hätte ich das für mich noch mal aufnehmen können, diese zusätzliche Infos und das dann einbauen können.

00:13:05: Jörg Weidenfeld Ich würde auch zeitlich würde dazu ergänzen, dass es auch absolut legitim ist, an der Stelle auch zu artikulieren, dass es ein Störgefühl hervor sagt. Also zu sagen ich höre mir das jetzt gerade an und ich merke, mein Ruhepuls geht gerade mal um 30 Schläge nach oben und wenn ihr im Raum sitzen würde, würde ich euch auch gerne an die Gurgel gehen. Und zwar deswegen. So kommt das bei mir an! Ja, also ich glaube es ist schon total wichtig, die also das auch nicht subtil, sondern explizit in die Runde zu geben. Zu sagen, das was hier gerade passiert, löst bei mir das aus.

00:13:39: Jens Alsleben Weil es immer mit einer Erklärung.

00:13:41: Jörg Weidenfeld Eine Erklärung, weil es erlaubt auch den anderen die erstmal zu beobachten. Ja so und du bleibst bei dir mit der Verantwortung Ja. So? Das heißt, du nimmst die komplette Verantwortung für dein Gefühl ist bei dir. Das löst bei mir dieses Störgefühl aus. Du sagst noch nicht, ihr seid alles Idioten, sondern, ähm, das. Es gibt noch kein Du. Botschaft in dem ganzen Geschehen? Ja, so.

00:14:03: Jens Alsleben Ein ganz wichtiger Punkt. Also ein ganz wichtiger Punkt. Jetzt in der konkreten Situation ist mir nämlich genau dieser Gedanke gekommen. Gut, dass du es ansprichst. Ich habe gesagt Verdammte Hacke, du hast tatsächlich drei Botschaften gesendet. Und ich weiß ja im Streit immer nur in der Ichform sprechen, Das ist ja eins meiner meiner Credos, die ich habe seit über 30 Jahren. Weil nämlich in der Eheberatung vor meiner katholischen Trauung mit meiner Frau der Pfarrer zu uns gesagt hat Streitet euch nie in der Duform, immer in der Ichform. Und das hat sich damals so eingebrannt bei mir, dass ich das wirklich als Credo hochhalte. Da im Affekt ist es mir tatsächlich nicht gelungen. Und das hat unmittelbar bei dem anderen wieder zu einer Bewertung geführt, dass er sich angegriffen gefühlt hat und dann in die Verteidigung gegangen ist.

00:15:05: Jörg Weidenfeld Ja, so, und ich glaube das und die anderen Beobachtungen, die man aus dem wunderbaren Beispiel herauslesen kann, ist Wir können gar nicht nicht bewerten. Also wenn wir glauben hier Leute, lasst das bewerten sein, wir können gar nicht nicht bewerten, was wir machen können, ist wir können unsere Bewertung beobachtbar machen.

00:15:25: Jens Alsleben Wir können unsere Bewertung beobachtbar machen. Genau. Und zwar für uns selber, uns selber.

00:15:33: Jörg Weidenfeld Wir können die für uns selber beobachtbar machen. Und in der Beobachtung wird sie ist die verschieden von uns. Mit der Beobachtung hört die Identifikation mit dieser Bewertung auf.

00:15:43: Jens Alsleben Ja, also das ist auch total. Das ist total wichtig. Ihr Leute da draußen, man kann es nicht oft genug sein sagen. Durch die Beobachtung geht ihr aus der Emotion. Ihr geht aus der Bewertung raus. Diese. Diese Fähigkeit, auf die Metaebene zu gehen. Und wir sind das einzige Lebewesen, was Das kann kein anderes Lebewesen, behaupten wir, ist ja auch nicht bewiesen. Aber sagen wir mal so, ist in der Lage sich selbst zu beobachten. Und diese Gottesgabe im wahrsten Sinne des Wortes ist tatsächlich dann auch ein Großteil der Lösung des Problems.

00:16:23: Jörg Weidenfeld Was nicht nur für die eigene Beobachtung geht, sondern auch die anderen. Also ja, in der jeder. Ob das jetzt eine Verhandlungsführung ist oder jedes Meeting, jeder Konflikt oder sonst irgendwas, macht es immer Sinn, nicht nur dabei zu bleiben, was derjenige sagt oder tut, sondern auch immer zu hinterfragen, warum. Und wenn man darauf keine eindeutige Antwort hat, sich auch die Mühe zu machen, denjenigen zu fragen. So, ich höre, was du sagst, aber ich verstehe dann, warum nicht? Weil damit bringt man die Leute auch dazu, die vor allen Dingen gerade vielleicht wo das, wo ein Ärger Momentum gewinnt. Die Einladung auszusprechen, in die Beobachtung zu gehen und das zu erklären und auch vor allen Dingen diese Erklärung willkommen zu heißen, das kommt ja auch noch dazu. Wir haben ja ganz viele. Druck baut sich ja immer auf. Ich brauche einen Widerstand, um Druck aufzubauen. Ohne Widerstand kann ich den nicht aufbauen. Und der Widerstand? Der wird ja in der Regel geistig vorweggenommen, dass die Gruppe den Widerstand hat oder dass das Gegenüber den Widerstand oder die Ablehnung empfindet.

00:17:24: Jörg Weidenfeld So, wenn ich dann als Gegenüber merke, dass das Programm laufen könnte, kann ich sofort deeskalieren, indem ich sage Ich höre, was du sagst. Ich verstehe aber das Warum nicht. So? Und vielleicht ein Hinweis Ich beurteile diese Situation komplett anders und das eröffnet auch eine Gegenperspektive. Also dass einer sagt okay, ich erklär dir meine Sicht der Dinge. Dass der andere seine Sicht der Dinge. Mal auf dein Beispiel zurückzukommen Da kann einer die Absicht gehabt haben, etwas, von dem er fest davon ausging, dass du damit einverstanden bist, dir einfach den Brösel abzunehmen und zu sagen Da belästige ich den nicht mit. Das können wir einfach so machen und wollte eigentlich die Arbeit sparen. Wäre eine mögliche Hypothese gewesen. Ja klar, klar, so wäre durchaus eine mögliche Option. Und das. Also ich glaube, der Teil, dass wir die Möglichkeit zulassen, dass unsere Bewertung falsch sein könnte. In dem Gespräch, dass wir das Gespräch so führen und die Möglichkeit zuzulassen, eine andere Bewertung durchzuführen, glaube ich, ist eine Deeskalation recht einfach.

00:18:30: Jörg Weidenfeld Ja.

00:18:31: Jens Alsleben Ich, äh, es wäre schon schön, wenn es mir gelänge. Und der Trend ist mein Freund, dass ich in Vorbereitung eines Gespräches, was eine Gewisse Relevanz hat. Gerade jetzt im Geschäftlichen, im Arbeitskontext. Nicht nur eine Sekunde lang daran erinnere, dass meine Sicht auf die Welt nur meine Sicht ist. Und dass ich jetzt auf Leute treffe, die eine völlig andere Sicht haben auf die Welt. Und das ist Glaubensgleichheit gibt. Dass das, was die glauben, die gleiche Berechtigung hat wie das, was ich glaube? Ja, und mich dann dadurch natürlich auch offener zeige. Und dann natürlich, wenn dann wieder so eine Situation passiert, auch im Sinne von Core Learning, dass jetzt wirklich noch mal zu nehmen und zu sagen okay, I'm just a human being full of emotions. Ich bin auch nur ein Mensch und bei mir geht's halt auch. Und ich habe jetzt eine Situation gehabt, da habe ich nicht so reagiert, wie es auch dem anderen gegenüber fair gewesen wäre. Weil das was mit mir zu tun hatte Und ich bemühe mich jetzt, zukünftig noch mal ein bisschen mehr offener zu sein und bewertungsfrei in dieses Gespräch reinzugehen.

00:19:54: Jens Alsleben Und wenn ich bewerte, dann zumindest dem anderen zu erklären, was da gerade bei mir passiert, damit er das nachvollziehen kann.

00:20:03: Jörg Weidenfeld Absolut. Und ich denke auch noch, wir können uns auch auf einen gewissen Kompass verlassen. Und zwar ist das unser Gefühl mit dieser Situation. Wenn ich mal die ganz simple Regel anwende Fühlt sich scheiße an, ist scheiße, fühlt sich gut an, ist gut. Wenn wir feststellen, dass dieses sich Ärgern und sich Aufregen sich scheiße anfühlt. So, und ich habe mir ab und zu. Also ich habe einen sozusagen ein Alter Ego in der Anwendung. Das ist also immer, wenn ich irgendwas mache, was ich eigentlich denke, was behämmert ist oder war, dann hat das immer Otto gemacht. Ich immer bekennen, wenn ich was denke, was total nervig ist. Halt die Schnauze! So etwas löst genau diese Reaktion aus. Also auch bei mir. Ich muss immer. Mit dem Moment, mit dem Otto ins Spiel kommt, muss ich lachen. Ja, ja, das ändert schon mal direkt. Das ist ein direkter Frequenz. Unterbrecher ne So und ich kann ihn halt auch immer vorschieben. Wenn ich mich mal anderen gegenüber daneben benommen habe, kann ich immer sagen Tut mir leid, war nicht wirklich.

00:21:05: Jörg Weidenfeld Ich war bei Otto aktiv. Ich werde es ihm sagen, lässt er sein demnächst. So. Also wo man auch wirklich. Ich glaube, wir dürfen milde miteinander umgehen, dass wenn jemand vor uns ausrastet, ja auch zu sagen, dem geht es nicht gut. Und wer weiß, vielleicht gibt es dann noch mal ein neu Bewertungsgespräch danach, wo wir dann nochmal die Möglichkeit haben, das auszutauschen, wenn wir uns das schenken. Wenn eine Beziehung so stark ist, dass wir diese Möglichkeit immer zulassen können, dass wir sagen können Hey, wenn der Nebel verflogen ist oder wenn er auch wenn der Rauch verzogen ist, so sagt man. Dann können wir uns noch mal zusammensetzen. Und diese Motive wie Wie ist es dir da gegangen und warum war das so, dass noch mal aufräumen?

00:21:49: Jens Alsleben Ja, aber beim Militär gibt es ja dann auch wieder so eine schöne Regel. Beschweren darf man sich nur nach Ablauf einer militärischen Nacht, die von 23:00 bis 6:00 morgens dauert. Ja so, das ist. Das finde ich hilfreich, damit die Emotionen so ein bisschen raus geht und man Zeit hat für Reflexion. Und was mir halt auch und das ist ein bisschen Werbung in unserer eigenen Sache. Worüber ich total happy bin, ist, dass wir jetzt Gustav tatsächlich mit seinem Morgendialog mit Anna jeden Tag haben als Impuls. Und dieser kleine Säbelzahntiger, der beruhigt mich tatsächlich immer wieder. Und ich freue mich jeden Tag, wenn ich die kleine Geschichte lese. Also kleine Geschichten aus dem Führungsalltag dieser dieser lieben Anna. Und wenn ihr Lust habt, dann abonniert einfach den Blog, dann kriegt er jeden Tag einen kleinen Impuls, mit dem ihr dann morgens aus dem Haus geht und hoffentlich mit etwas bewertungsfreieren Kopf in euren Alltag rein startet. Und der kleine süße Gustav ist immer bei euch und hilft euch als Bewertungshelfer dann auch die ein oder andere Situation um zu bewerten.

00:23:05: Jens Alsleben Ja, in dem Sinne vielen Dank erstmal. Das war wieder fand ich eine extrem bereichernde Folge für mich. Du hast mich wieder gut durch mein Leben geführt. Ja und ich freue mich schon auf die nächste Folge.

00:23:19: Jörg Weidenfeld Ich mich auch. Vielen Dank.

00:23:21: Jens Alsleben Und denkt dran, habt euren Säbelzahntiger lieb. Er kann auch nichts dafür.

00:23:25: Jörg Weidenfeld Und wenn irgendeiner von euch eine Super Säbelzahntiger Story im eigenen Unternehmen erlebt, seid ihr herzlich willkommen, die uns zuzusenden, mit uns in Kontakt zu treten. Und vielleicht machen wir mal eine Episode gemeinsam. Weil ich glaube ein paar erfolgreiche Kriegsgeschichten im sinnvollen Kampf gegen den Säbelzahntiger oder in dessen Zähmung. Besser gesagt freuen uns natürlich sehr darüber, die mit euch zu teilen, weil ich glaube, dass die auch jeden anderen Hörer sehr ermutigt, auch immer jeden einzelnen Säbelzahntiger nacheinander zu zähmen, so dass sie Stück für Stück immer weniger werden.

00:24:01: Jens Alsleben Genau. Und wenn euch das Ganze gefällt, dann bitte kommentieren, liken, teilen. Und ja, verbreitet den Säbelzahntiger und vielleicht helfen wir uns dann gegenseitig auch ein Stück weit dabei, die eigenen Säbelzahntiger aufzulösen. Bis zum nächsten Mal. Macht's gut. Euer Jens und.

00:24:20: Jörg Weidenfeld Jörg. Arrivederci

00:24:22: Jens Alsleben Arrivederci! Ciao Ciao

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