Kannst du erkennen, was Projektion ist und was real ist?

Shownotes

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie oft wir unbewusst unsere eigenen Gefühle und Eigenschaften auf andere projizieren? In dieser Episode von "Der Säbelzahntiger" tauchen Jens und Jörg tief in das Thema Projektion ein. Sie diskutieren, wie dieser Abwehrmechanismus oft dazu führt, dass wir unser Umfeld verzerrt wahrnehmen und uns mit Stereotypen und Vorurteilen herumschlagen.

Jörg erzählt von einem humorvollen Beispiel, in dem ein Nachbar sich aufregt, weil er einen Hammer leihen möchte – eine typische Reaktion, die zeigt, wie Projektion uns in zwischenmenschlichen Beziehungen beeinflusst. Jens bringt eigene Erfahrungen ein, die verdeutlichen, wie stark Projektion das Bild von Personen und deren Rollen im Arbeitsleben prägen kann, sei es in der Vorstandsassistenz oder als Sanierer in Unternehmen.

Gemeinsam erkunden sie, wie wichtig es ist, sich dieser Projektionen bewusst zu werden, um blinde Flecken zu erkennen und konstruktiv mit anderen zu kommunizieren. Sie geben wertvolle Tipps, wie man Projektionen offen ansprechen und dekonstruieren kann, um Missverständnisse zu vermeiden und die Zusammenarbeit zu verbessern.

Hör rein und entdecke, wie du deine eigenen Projektionen hinterfragen und eine offenere, empathischere Kommunikation fördern kannst – und damit auch die Säbelzahntiger in deinem Umfeld schrumpfen kannst!

Bis zum nächsten Mal, haltet durch und bleibt entspannt! Euer Jens, Jörg und Gustav.


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00:00:03: Jens Alsleben Der Säbelzahntiger. Ein Podcast von und mit.

00:00:08: Jörg Weidenfeld Jörg Weidenfeld

00:00:09: Jens Alsleben Und Jens Alsleben. Ja, herzlich willkommen zur nächsten Folge von Der Säbelzahntiger. Heute geht es um Projektion. Das hat nichts zu tun mit dem Beamer an der Wand, der euch ein wunderschönes Bild an die Decke projiziert, sondern das hat was damit zu tun, dass der Mensch, wenn er irgendwelche Gefühle oder Eigenschaften bei sich selber spürt, was er denkt, was nicht akzeptabel ist, dass er das einfach auf andere überträgt. Also Projektion als Abwehrmechanismus, um Bedrohungen für das eigene Ego abzuwehren. Ihr habt das Wort Projektion schon relativ häufig gehört in den anderen Podcasts, nämlich von meinem lieben Partner hier am Mikrofon dem Jörg. Moin Jörg. Grüß dich!

00:01:03: Jörg Weidenfeld Moin lieber Jens. So, zu Deiner schönen Präambel fällt mir glatt ein, äh, wie soll man sagen, ein Witz ein, der dieses Projektionsthema gut beschreibt. Da möchte der eine Nachbar vom anderen Nachbar einen Hammer leihen und stellt sich vor, wie der andere Nachbar denn dann wohl über ihn denkt, was er denn wohl für eine Lusche ist, nicht mal den Hammer zu besitzen. Und dann stellt er sich vor, dass er wahrscheinlich dann mit seinen ganzen Kumpels sich das Maul darüber zerreißen wird, was denn sein Nachbar wohl für eine Lusche ist, der nicht mal einen Hammer hat. Das ganze mündet dann darin, dass der Nachbar, der den Hammer gerne bräuchte, wutentbrannt zum Nachbarn rüberlauft, klingelt und ihn anschreit und sagt Behalt deinen scheiß Hammer!

00:01:40: Jens Alsleben Genau. Ja, okay. Wo haben wir das denn? Im klassischen Arbeitsalltag? Wo haben wir das? In den Unternehmen. Wo hast du das schon mal beobachtet?

00:01:51: Jörg Weidenfeld Also erstmal Grundsätzlich ist es so, dass keiner von uns davon befreit ist. Also zu einem gewissen Maße projizieren wir alle. Also wenn ich jetzt mal sage Jens, dein Bild, mein Bild von dir ist einzigartig, so sieht weder deine Frau dich, noch deine Freunde, dich, noch deine Kollegen noch sonst irgendwas. Das heißt, ein gewisses Maß an Projektion ist drin. Ja, auch in meiner Betrachtung auf dich, in deiner Betrachtung, auf mich. Das ist also daran schon mal erstmal festzustellen. Wir alle machen das zu einem bestimmten Grad. Und ich glaube hier den Versuch zu starten durch einen kessen Podcast über 20 Minuten und uns allen das Projizieren komplett abzugewöhnen, ist glaube ich ein hoffnungsloser Fall. Das was wir aber tun können, hier ist, uns bewusst zu werden wie das, dass wir das tun und unsere blinden Flecken, die dadurch entstehen. Das heißt bei all den Dingen, die außerhalb unserer Projektion passieren, dass wir, dass wir wissen, dass wir nicht alles erfassen, dass wir wissen, dass es diese blinden Flecken gibt und dass wir uns dessen gewahr werden.

00:02:58: Jörg Weidenfeld Also um mal einen, um mal ein Beispiel zu nennen Wenn ich jetzt, also wenn man die Generalismen hat, also Vertriebsleute sind extrovertierte Laberköppe, so ab diesem Moment traue ich keinem extrovertierten Laberkopp eine detaillierte, detailtiefe faktische Analyse mehr zu.

00:03:17: Jens Alsleben Ja genauso.

00:03:18: Jörg Weidenfeld Das könnte dieser jenige aber trotzdem können. Aber weil ich ja schon vorher eine vorgefertigte Meinung habe davon, was jemand kann, was jemand ist, erlaube ich mir zum Beispiel nicht diesen Weg zu gehen. Das ist mal ein einfaches Beispiel In jeder, in jeder vorgesetzten Mitarbeiterbeziehung, aber auch in jeder kollegialen Beziehung, wo diese Dinge zum Beispiel greifen.

00:03:37: Jens Alsleben Ich ich habe mal zwei direkte Beispiele aus meinem Berufsleben, die mir jetzt gerade so in den Kopf kommen. Das erste war, als ich bei der Deutschen Bank war hat und ich habe ja heißt ja als Leben mit Nachnamen und das hat irgendwie viele Leute in Verbindung mit der Deutschen Bank dazu gebracht, zu mir zu sagen Herr von Alsleben. Und dann bin ich in die Vorstandsassistenz gekommen, nach Frankfurt. Und das war dann die Krönung, weil da tatsächlich regelmäßig Leute zu mir gesagt haben Herr Dr. von Alsleben. Die konnten sich also gar nicht vorstellen, dass jemand aus dem einfachen bürgerlichen Zweig derer derer als Lebens Vorstandsassi ist, weil das irgendwie in Verbindung gebracht wurde mit Adel und mit Promotion. Fand ich sehr lustig. Hätte ich natürlich drauf sitzen können und das nutzen können. Aber ich habe dann immer gesagt, weder Doktor noch von Ich stamme aus dem verarmten bürgerlichen Zweig und bin stolz darauf. Ja, dann ernte ich natürlich immer ein bisschen Augenrollen. Und das zweite, was Projektion angeht, das fand ich auch ganz spannend. Ich bin mal in ein Unternehmen gegangen Und habe da verantwortlich gearbeitet.

00:04:58: Jens Alsleben Und an meinem ersten Arbeitstag stand bei mir auf dem Schreibtisch ein Schild. Da stand drauf Bad Guy. Und auf meinem Partners Schreibtisch stand ein Schild. Da stand drauf Good guy. Und dieses Da war ich vorher eben Banker. Und diese Projektion sozusagen. Da kommt ein Banker und der ist auch noch Bad Guy hat dazu geführt, dass ich alles andere als einen sanften Einstieg hatte in meine neue Rolle.

00:05:33: Jörg Weidenfeld Ja, das kann ich super ergänzen. Als Sanierer bist immer der mit der Blutspur und der Axt.

00:05:38: Jens Alsleben Ja, genau.

00:05:40: Jörg Weidenfeld Du hast doch gar nichts gemacht.

00:05:41: Jörg Weidenfeld Ja, so bist du. Der mit der Blutspur und der Axt. Also zumindest bei einer in den Augen der häufig in den Augen der Arbeitnehmervertretung. Aber bleiben wir mal bei dieser Topprojektion, die wir in unserem Arbeitsleben haben zwar die auf den Stereotyp des Chefs die meisten Leute. Wenn jetzt jemand ein größeres Unternehmen, sagen wir, wenn der, wenn er, wenn der Geschäftsführer oder wenn der CEO Direktkontakt hat, vielleicht mit Top 100 Top 200 Leuten also, die eine persönliche Erfahrung haben mit dem Menschen direkten Austausch ein Unternehmen hat mit mehreren 1000 Mitarbeitern gibt es die Majorität hat keinen direkten Kontakt, keinen direkten Einblick, auch kein Wissen, keine Erfahrungswerte, die wirklich einen, einen ehrlichen oder einen fundierten Schluss über die Persönlichkeit des CEOs zulassen würden. Aber jeder hat eine Meinung und diese Meinung ist eine der größten dominanten Projektionen, die eine irre Auswirkung haben auf die Zusammenarbeit im Unternehmen. Weil wenn ein großer Teil der Mitarbeiter dem Stereotyp unnahbar. aber auch hochintelligent, allwissend, für alles verantwortlich, Kennt jeden, weiß jeden. Sucht nach demjenigen, der es vergeigt.

00:07:03: Jörg Weidenfeld Ist ein Schlächter, der mit dem Säbel immer nur durch die Gegend läuft, um irgendwelche Köpfe abzuhacken, um diejenigen zu finden, die schuldig sind und Leute anzutreiben, um unmenschliches zu erwarten und dem der Börsenkurs wichtiger ist als alles andere. Und so weiter und so fort. Angstlos. Der hat keine, keine Ängste, hat auch keinen. Wie soll man sagen, der arbeitet auch nicht. Der sitzt in seinem Büro herum, gibt Befehle. So, also da kreiert sich ein unfassbares Bild, was da diese gleiche Projektion und eine sehr ähnliche geteilt wird von ganz vielen Leuten. Ja, die Realitätswahrnehmung dieser Projektion 100.000 mal, da kommt der CEO fast nicht gegen an.

00:07:46: Jens Alsleben Ja, deswegen ist es auch immer so wichtig, sich zu vergewissern, dass man sich glaubwürdig verhält. Ich sage den Leuten immer die Leute, eure Mitarbeiter gucken euch twenty four seven auf die Finger, weil sie das auch müssen, um für sich herauszuarbeiten. Bin ich hier mit dem Chef sicher? Und habe ich meine, erhalte ich meine Lebensperspektive oder bin ich irgendwo in Gefahr? Und je weiter oben du bist, desto weniger relevant ist das, was du inhaltlich drauf hast. Weil sowieso ja jeder denkt, na ja, der wird schon wissen, wie es geht, sonst wäre er ja nicht Chef geworden, sondern je höher du bist, desto mehr spielt dein Charakter eine Rolle. Und je höher du bist, desto weniger häufig bist du vielleicht mit deinen Mitarbeitenden zusammen. Es hat ja auch schon gesagt Viele Leute kennen dich gar nicht richtig aus der Arbeitsbeziehung, aber sie beobachten dich, wenn sie sich, wenn sie dich dann mal sehen. Also angenommen, du gehst zum Beispiel mit mit ein paar Mitarbeitern auf eine Konferenz und ihr checkt zusammen im Hotel ein und du kennst die Mitarbeiter nicht.

00:08:53: Jens Alsleben Du kannst davon sicher mit Sicherheit ausgehen, dass die beobachten, wie du dich der Rezeptionistin oder dem Rezeptionisten gegenüber verhältst. Und wenn du die abkanzelst, weil du irgendwie müde und wütend bist und ein Zimmer nicht fertig ist oder sonst was, dann bestätigt das diese negative Projektion des Chefs des grantigen Chefs. Wenn du aber lieb und nett und freundlich bist im Umgang, dann hast du die Chance, diese Projektion ein Stück weit zurechtzurücken. Das heißt als.

00:09:25: Jörg Weidenfeld Kleiner Einspruch an der Stelle,kleiner Einspruch an der Stelle, Je nachdem, wie stark die Projektion ist, gibt es das Risiko, dass sämtliches Verhalten, was nicht der Projektion entspricht, so in der Form gar nicht wahrgenommen wird. Das heißt, es gibt 20 Verhaltensbeobachtungen, zehn passen ins Vorurteil, quasi in die Projektion. Die anderen zehn nicht. Die zehn, die in die Projektion passen, werden auf jeden Fall wahrgenommen und von den anderen eher weniger. Das heißt, man muss diese Konsistenz und Konsistenz bespielen, um das zu machen.

00:09:59: Jens Alsleben Das ist übrigens wie bei den Kindern zu Hause, denen ich immer alles tausendmal erklären muss, bis es dann wirklich mal auch glauben. Also es gehört zur Glaubwürdigkeit dazu, dass das, was du tust und das, was du sagst, in jeder Situation, auch im Sinne von Integer, auch wenn du meinst, es gucken dir vielleicht andere nicht zu, dass du dann dieses gleiche Verhalten an den Tag legst und die Leute dann tatsächlich eben keinen Beweis finden dafür, dass ihre Projektion auch auch richtig ist, sondern du musst ihnen kontinuierlich den Gegenbeweis dazu antreten, damit sie dann ihre Projektionen auch sein lassen bzw auch korrigieren. Und das ist eben das Thema überhaupt. Ja, ich stelle den Leuten immer die Frage Warum sollte dir jemand folgen? Warum sollten erwachsene Menschen, die ein eigenes funktionierendes oder weniger funktionierendes, aber ein eigenes sozio-ökonomisches Umfeld haben, also die Familie haben, die Freunde haben, die Häuser bauen, die im Verein die Fussballer trainieren, die im Schützenverein sind, die ihr Leben organisieren. Warum sollten diese Menschen dir folgen?

00:11:13: Jens Alsleben Das tun sie vor allen Dingen, wenn sie dir glauben, wenn du glaubwürdig bist und wenn die Vision, die du verkörperst. Wenn sie an diese Projekte dann diese Vision tatsächlich auch glauben können und sie nicht enttäuschen.

00:11:27: Jörg Weidenfeld Du hast das richtige Wort verwendet, wenn Sie an diese Projektion glauben. Sie wählen eigentlich. Sie tauschen eine Projektion gegen andere aus.

00:11:35: Jens Alsleben Genau.

00:11:36: Jens Alsleben Und das ist das ist deine Aufgabe, dass die Leute die richtige Projektion entwickeln und dann auch diese Projektion durch dein Handeln immer wieder bestätigt wird.

00:11:49: Jörg Weidenfeld Ja.

00:11:50: Jörg Weidenfeld Es gibt. In dem Zusammenhang mit Projektionen gibt es dieses Sprichwort, das sozusagen jemand nicht so ist, wie er ist, sondern so ist, wie du bist. So, ich möchte noch mal eingehen auf den Punkt, dass die Wahrnehmung, die wir haben, von alledem, was um uns herum passiert. Die Wahrnehmung ist mehr ein Ausdruck dessen, wie wir die Welt sehen, als das, was objektiv passiert. Und das lässt sich dadurch verifizieren, dass es keine zwei oder drei Leute gibt, die eine Situation vollumfänglich gleich wahrnehmen, also die objektive Situation so ist das gibt es nicht. Und so wie wir unser Weltbild sehen, also wenn einer wir kennen das im gesellschaftlichen Sinne, kennen wir das ganz klar, wenn es irgendwelche feindselige Haltungen gegenüber andere Bevölkerungsgruppen gibt. Das ist ein pauschales Pauschalurteil gibt über Leute, die bestimmte Merkmale über bestimmte Merkmale einer bestimmten Gruppenzugehörigkeit verfügen. So, und es ist halt eben auch in jedes Meeting, wenn ich reinlaufe zum Beispiel. Das ist immer das, was für einen Sanierer besonders gefährlich ist.

00:13:01: Jörg Weidenfeld Deswegen sage ich immer ein Startup sollte sollte mit mir nicht arbeiten. Man sucht immer nach Wegen, wie man eigentlich die Löcher in den Plänen findet und wo man die Risiken findet und wie man die motivieren kann und dergleichen. Also das heißt, die Tatsache, dass ich in ein Unternehmen gerufen werde, lässt mich projizieren, dass das ein wie soll man sagen Sanierungsfall ist. Und ich habe auch gewisse Projektionen über die Effektivität. Wie soll man sagen, dann des Managements oder der zweiten Ebene oder dergleichen. Also es setzt einen gewissen Filter auf und das ist immer die. Also das ist der Teil, wo ich zumindest bei mir sage, wo ich mich immer sehr stark diszipliniere, meine Wahrnehmung immer zu hinterfragen, weil die die Projektion groß sind, passiert auch, Nachsatz enn ich eine ähnliche, wenn ich ein ähnliches Erlebnis, wir verbuchen das unter Erfahrung. Ich habe also schon mein Erlebnis von einer gewissen Situation. Ähnliche Problemstellungen schon mal gelöst da. Und ich projiziere auf diesen Fall diesen Fall jetzt, dass der sich genauso verhält. Und weil ich diese Erwartung habe, lasse ich auch keine alternativen Lösungsansätze zu.

00:14:06: Jörg Weidenfeld Weil ich in meinem Kopf ja schon in meiner Projektion weiß, wie das aussieht Und ab und kann ich damit sagen, Leute, die sich selbst dafür loben, gute, gute Vorhersagen treffen zu können, darüber, wie sich Dinge entwickeln, hat viel damit zu tun, weil sie gar keine andere Entwicklung zulassen konnten. Ja.

00:14:24: Jens Alsleben Ja, ja, absolut, absolut. Jetzt ist die Frage Was kann man tun, um sich dessen gewahr zu sein, dass es die eigene Projektion ist und vor allen Dingen auch sicherzustellen, dass man möglichst viele andere Projektionen sozusagen zumindest mal. Ich sag mal zulässt, sozusagen, um ein bisschen besser zu verstehen, wie der Sachverhalt sich tatsächlich darstellt.

00:14:56: Jörg Weidenfeld Also zwei Werkzeuge, die immer wunderbar funktionieren, wenn man merkt, dass das Gegenüber auf eine Projektion von einem selbst reagiert. Wenn man sagt also so wie der gerade auf mich guckt das bin ich nicht. Das zu spiegeln und zu sagen also ich nehme das, nehme ich wahr, so siehst du mich gerade. Darf ich dir dazu was sagen? Ja, und dass ich gerade gesagt habe. Darf ich dir dazu was sagen? Es ist ganz wichtig, dass wir immer dafür sorgen, dass wir eine innere Öffnung haben. Dass die Leute empfangsbereit sind dafür. Ja. Die Leute sagen nie Nein dazu. Aber wenn ich um Erlaubnis bitte, dann so nach dem Motto Darf ich das mal? Darf ich da mal eine Antwort darauf geben, wie ich die wie ich die Welt sehe? Erlaubt schon mal überhaupt, dass wir die Projektionen mal für alle sichtbar machen, also sagen Du siehst die Welt so, ich sehe die Welt so und dann können wir die beobachten. Das Zweite ist. Wenn wir selbst eine Einschätzung treffen über eine Situation, die auch als solche zu kennzeichnen.

00:15:54: Jörg Weidenfeld Es ist eine Hypothese. Die absolute Wahrheit gibt es nicht. Es ist eine Hypothese und bewusst nach Stresstests, also nach. Nach Gegenposition oder sagen wir ein Stresstest dieser Hypothese zu machen, ob die denn auch wirklich wahr ist, Einfach für sich selbst immer zuzulassen. Keine Situation. Das ist so, ich habe recht mit dem Moment, mit dem ich das Gefühl habe, ich habe recht, sage ich nichts anderes als Ich bin nicht bereit, von meiner Projektion Abstand zu nehmen. Egal was ihr anderen an Meinungen habt. Und das ist ein gefährliches Feld. Und es ist halt eben ganz oft so, dass die Menschen, die sagen ich habe viel Erfahrung darin, die Erfahrung nicht dazu nutzen, um möglichst viele Alternativen anzubieten, sondern die Erfahrung dazu nutzen, um damit eigentlich nur einen Weg zu legitimieren, einfach nur, weil sie vorher schon gesehen haben.

00:16:45: Jens Alsleben Ja.

00:16:45: Jens Alsleben Was ich halt wichtig finde, wenn wir darüber sprechen ist da sind wir ja wieder auch warum Diversität so wichtig ist und warum es so wichtig ist, im Unternehmen auch Diversität zuzulassen. Weil es ja nichts anderes als eben verschiedene Perspektiven. Beziehungsweise eben auch Projektionen sozusagen. Raum zu geben, weil man weiß nur, wenn alle quasi einen Raum haben, alle die Möglichkeit haben, ihre Sicht auf den Case, ihre Bewertung dessen, was sie da wahrnehmen, zu diskutieren, kann man ein möglichst abgerundetes Bild der des Sachverhalts auch entwickeln und dann wirklich gute Entscheidungen treffen. Also gerade diese, diese, diese Erkenntnis, so wie ich auf das Leben gucke, ist es nie, ist es nie objektiv richtig. Es ist total gefärbt mit meinen Erfahrungen und damit auch fehleranfällig sozusagen, weil unter Umständen gibt es noch ganz andere Möglichkeiten. Das zu betrachten bedeutet Ich muss den Raum öffnen für andere.

00:17:48: Jörg Weidenfeld Absolut und es, und man muss wirklich ergebnisoffen bereit sein, sich die anderen Positionen mit gleicher Wichtigkeit anzuhören. Also nicht hinzugehen, zu sagen, wo finde ich in den anderen Positionen Bestätigungen für meine Projektion? Oder wo finde ich Widersprüche? Sondern wirklich die komplett zuzulassen, also auch an der Stelle einfach mal bewertungsfrei zuzuhören. Ja, es ist nicht damit gedient, wenn ich sage okay, jetzt halt mal alle eure Meinungen, aber ich so borniert bin sozusagen und sage okay, ich höre mir eh nur den Teil an, der zu meiner passt.

00:18:23: Jens Alsleben Genau. Und im Coaching zum Beispiel ist es auch noch mal entscheidend, wenn man mit den Klienten arbeitet, ihnen zu helfen, auch auf ihre Motivebene zu kommen, damit sie auch selber noch mal feststellen für sich, weshalb sie zu bestimmten Aussagen kommen, dass das was zu tun hat mit ihren Motiven und mit ihren Werten und die. Die Märchenfrage, die ich da gelernt habe, war Wofür ist dir das wichtig? Und die Nachfrage. Wenn dann jemand tatsächlich erzählt, warum ihm bestimmte Dinge so wichtig sind, ist was noch? Also what else? Eine ganz entscheidende Frage auch im Sinne von aktivem Zuhören zu spiegeln, was man gehört hat. Zu Fragen nach den Motiven also wofür ist dem anderen das wichtig, das so darzustellen und dann eben auch noch mal nachzufragen, was noch damit am Ende des Tages alles auf dem Tisch liegt, was relevant ist, um die eigene, die die Projektion des anderen zu verstehen.

00:19:29: Jörg Weidenfeld Jetzt möchte ich noch mal die Perspektive auf den Nutzen für den Einzelnen lenken. Also warum? Warum machen wir das so gerne? Wo dient uns eine Projektion? Weil da glaube ich, das ist auch noch wichtig hinzugehen. Mit Wenn ich hingehe und ein und mein Gegenüber in einem bestimmten Profil skizziere, dann tue ich das meistens, weil dieses Profil gut zu meiner aktuellen Gemütslage passt. Das heißt, wenn mal angenommen, ich leite ein Unternehmen, das Unternehmen geht gegen Süden, geht es mir deutlich besser damit, wenn ich glaube, dass alle anderen das schuld sind und ich das nicht selber schuld bin. Genau so, und dann kann ich mich damit brüsten. Wenn ich dann keine Ahnung wie ein harter Knochen jeden, jeden entsprechend antreibe um um die Ergebnisse zu verbessern. Und dann fühle ich mich dann ganz stark darüber, dass ich das gemacht habe und braucht mit mir nicht ins Gericht zu gehen. Genau wie es aussieht. Also da sind. Da ist ein gewisser Nutzen drin.

00:20:29: Jens Alsleben Unbedingt. Unbedingt. Unbedingt. Projektion ist ja ein Abwehrmechanismus, um Bedrohungen für das eigene Ego abzuwehren. Und wenn jemand projiziert, dann ist es Automatisch auch ein Signal. Dann heißt es nämlich Der andere fühlt sich bedroht. Und dann ist es ganz wichtig, dem auch entsprechend Raum zu geben. Weil da sind wir ja wieder bei Gustav, Weil dann ist der Säbelzahntiger im Raum und dann muss im Prinzip alles dafür getan werden, dass er wieder zur Größe von Gustav schmilzt.

00:21:00: Jörg Weidenfeld Genau. Und hier gerade Das ist ein super Abschlussstatement eigentlich zu diesem, zu dieser Episode. Wir haben schon wieder fast 22 Minuten, das hast du gerade gesagt hast die. Wenn wir sauber zuhören, wenn wir aktiv tun, wenn wir richtig, wenn wir die Projektion, die ein anderer uns präsentiert, richtig dekodieren, lernen wir unheimlich viel über den anderen. Wir lernen nämlich ganz genau, wo das Ego sich gerade bedroht fühlt und warum demjenigen so wichtig ist, dass diese Projektion jetzt mal von allen als wahr und real anerkannt wird. Ja, und Es hilft uns also auch deutlich besser, diesen Menschen dabei zu helfen, vielleicht der Ursprungsangst zu begegnen.

00:21:42: Jens Alsleben Ja.

00:21:42: Jens Alsleben Ja, absolut, ja. Wunderbar. Und ich glaube, in der nächsten Episode sollten wir dann auch darüber reden, was jeder sieht, keiner anspricht, nämlich über die sogenannten Elefanten im Raum. Also wir kommen jetzt in der im Zoo. Rück mal ein Stück weiter und wir fügen jetzt dem Säbelzahntiger noch Elefanten hinzu und unterhalten uns über das, was jeder weiß, was jeder sieht und keiner sich wagt anzusprechen und warum das so wichtig ist. Elefanten im Raum zu benennen und aufzulösen. Und denkt dran, habt euren Säbelzahntiger lieb. Er kann auch nichts dafür.

00:22:24: Jörg Weidenfeld Und wenn irgendeiner von euch eine Super Säbelzahntiger Story im eigenen Unternehmen erlebt, seid ihr herzlich willkommen, die uns zuzusenden, mit uns in Kontakt zu treten. Und vielleicht machen wir mal eine Episode gemeinsam. Weil ich glaube, ein paar erfolgreiche Kriegsgeschichten im sinnvollen Kampf gegen den Säbelzahntiger oder in dessen Zähmung, besser gesagt, freuen uns natürlich sehr darüber, die mit euch zu teilen, weil ich glaube, dass die auch jeden anderen Hörer sehr ermutigt, auch immer jeden einzelnen Säbelzahntiger nacheinander zu zähmen, so dass sie Stück für Stück immer weniger werden.

00:23:00: Jens Alsleben Genau. Und wenn euch das Ganze gefällt, dann bitte kommentieren, liken, teilen. Und ja, verbreitet den Säbelzahntiger und vielleicht helfen wir uns dann gegenseitig auch ein Stück weit dabei, die eigenen Säbelzahntiger aufzulösen. Bis zum nächsten Mal. Macht's gut, Euer Jens und

00:23:19: Jörg Weidenfeld Jörg. Arrivederci

00:23:21: Jens Alsleben Arrivederci, ciao ciao!

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